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Göttingen 21-Jähriger wegen Würgeattacke und Widerstands gegen Polizeibeamte vor Gericht
Die Region Göttingen 21-Jähriger wegen Würgeattacke und Widerstands gegen Polizeibeamte vor Gericht
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17:35 07.08.2019
Das Amtsgericht Göttingen erteilte die Auflage, dass der Angeklagte an einem Aggressionskontrolltraining und eine Drogenberatung absolvieren muss. Quelle: dpa
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Göttingen

Erst hatte er einen lautstarken Streit auf offener Straße mit seiner Ex-Freundin. Dann ging er einem Zeugen, der schlichtend eingreifen wollte, an die Gurgel, und schließlich setzte er sich auch noch mit Händen und Füßen gegen Polizeibeamte zur Wehr.

Fünf Termine bei der Drogenberatung

Dieses aggressive Verhalten hat einem 21-jährigen Göttinger nicht nur einen Aufenthalt im Polizeigewahrsam, sondern auch einen Strafprozess eingebracht: Am Mittwoch musste sich der 21-Jährige wegen Körperverletzung sowie eines tätlichen Angriffs und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Amtsgericht Göttingen verantworten. Das Verfahren endete mit einer Bewährungsstrafe. Der Angeklagte bekam die Auflage, an einem Aggressionskontrolltraining teilzunehmen und fünf Termine bei der Drogenberatung zu absolvieren. Außerdem muss er eine regelmäßige Beschäftigung nachweisen.

Der angeklagte Vorfall ereignete sich im vergangenen August gegen 4.40 Uhr morgens auf der „Döner-Meile“ in der Weender Straße in Göttingen. Seine Ex-Freundin habe ihm eine Szene gemacht, weil er dort in einem Imbiss mit zwei Mädchen gesessen habe, erklärte der Angeklagte. Weil ihm dies sehr unangenehm gewesen sei, habe er das Streitgespräch auf die Straße verlagert.

Passanten wurden aufmerksam

Der Streit war so lautstark, dass auch andere Passanten aufmerksam wurden. Ein 26-Jähriger wollte schlichtend eingreifen und den Angeklagten beruhigen. „Der ging mir gleich an den Hals“, berichtete der Zeuge. Erst als ein Freund zu Hilfe kam, habe der Angeklagte von ihm abgelassen. Als Folge der Würgeattacke habe er einen Bluterguss und Schwellungen am Hals erlitten und noch drei Tage lang Schmerzen gehabt. „Ich wollte nur das Beste eigentlich“, sagte der 26-Jährige.

Angeklagter zeigt sich reumütig

Zwischenzeitlich hatte jemand die Polizei alarmiert. Als die Beamten eintrafen und die Personalien der Umstehenden aufnehmen wollten, versuchte der 21-Jährige, sich zu entfernen. Als ein Polizist ihm daraufhin folgte, schubste er diesen mit den Fäusten weg und schrie „Lasst mich doch in Ruhe!“ Er habe dann versucht, den Angeklagten zu beruhigen und festzuhalten, erzählte der Beamte. Dieser habe sich jedoch zur Wehr gesetzt. Erst mithilfe von drei weiteren Kollegen sei es gelungen, ihn zu Boden zu bringen und ihm Handfesseln anzulegen. Auch danach habe er weiter getreten und sich loszureißen versucht. Drei Polizisten erlitten Hautabschürfungen, Prellungen und Hämatome. Der Angeklagte zeigte sich reumütig und entschuldigte sich bei den Betroffenen.

Fall für Jugenstrafrecht

Da der Fall unter das Jugendstrafrecht fällt, musste das Gericht prüfen, ob bei ihm eine schädliche Neigung vorliegt, die eine Jugendstrafe nach sich ziehen würde. Das Gericht sah ebenso wie die Staatsanwaltschaft hierfür durchaus Anhaltspunkte, zumal der 21-Jährige bereits wegen anderer aggressiver Delikte aufgefallen war. Als besonders schwerwiegend wertete es das Gericht, dass er einen Passanten angegriffen hatte, der Schlimmeres verhindern wollte, „Es ist ein Unding, sich so zu verhalten“, sagte der Vorsitzende Richter Stefan Scherrer. Da das Gericht eine schädliche Neigung jedoch nicht ausreichend sicher feststellen konnte, kam der Angeklagte mit einer Bewährungsstrafe davon.

Von Heidi Niemann

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