Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Göttinger Planetarium kurz vor dem Durchbruch?
Die Region Göttingen Göttinger Planetarium kurz vor dem Durchbruch?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:29 24.09.2019
Während der Geburtstahgdsfeier zum 25-Jährigen konnten Besucher im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung auch in eine Demonstrationskuppel schauen. Quelle: Niklas Richter
Anzeige
Weende

Mit einem Science Dome in Göttingens neuem Museum Forum Wissen würde der Förderkreis Planetarium Göttingen sein seit 1994 verfolgtes Ziel erreichen. So hieß es bei der 25-Jahr-Feier des Vereins.

Kurz vor dem Durchbruch sieht sich der Förderkreis, der seit zweieinhalb Jahrzehnten für ein Planetarium in Göttingen kämpft. Der angedachte Science Dome im Forum Wissen würde die benötigte Kuppel bieten, auf deren Innenfläche sich Bilder des Sternenhimmels projezieren ließen, erklärte der Veinsvorsitzende, Thomas Langbein am Montag im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Weende. 70 Bürger waren zur Jubiläumsveranstaltung gekommen.

Thomas Oppermann verspricht Unterstützung

In einer Videobotschaft versprach der Vizepräsident des Deutschen Bundestags, Thomas Oppermann (SPD), beim Einwerben der nötigen Fördergeldern zu helfen. Er wolle sich, so der Göttinger Bundestagsabgeordnete, für die Realisierung des Projekts im Zuge eines späteren Bauabschnitt einsetzen.

Langbein erhofft sich viel von Oppermann. Er habe, so der Vorsitzende, dem Sozialdemokraten das Vorhaben des Förderkreises bereits 1998 in Hannover vorgetragen. Der Politiker sei damals Minister für Wissenschaft und Kultur geworden. Auch andere politische Entscheidungsträger bearbeite er seit Jahren.

Der Förderkreis Planetarium Göttingen feiert im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung sein 25-jähriges Bestehen – auch mit einem Vortrag von Marie Luisa Allemeyer. Quelle: Niklas Richter

Hoffen auf Jochen Brandi

Mehrmals, so Langbein, habe sich der Verein kurz vor dem Ziel gewähnt. 2005 hätten sie den Göttinger Architekten Jochen Brandi für ein Planetarium in der alten Werkstatt der Göttinger Sternwarte an der Geismar Landstraße gewinnen können. Der Zeitpunkt sei günstig gewesen. Die Astronomen hätten das Gebäude damals gerade aufgegeben, um auf den Nordcampus zu ziehen. Leider sei Brandi kurz darauf gestorben. Die Universität habe dann einem neuen Tagungszentrum den Vorrang gegeben.

„Damals entschlossen wir, uns auf Gut Steimke bei Uslar selbst einen sechs Meter großen Dome zu bauen“, sagte Langbein. Dort würden sie seither an jedem ersten Sonnabend im Monat Programm anbieten. Nun hätten sie jedoch wieder Hoffnung geschöpft, doch noch ein Planetarium in Göttingen zu bekommen.

Marie Luisa Allemeyer spricht von „einer sehr guten Idee“

Marie Luisa Allemeyer, die Direktorin der Zentralen Kustodie, machte dem Verein in ihrem Festvortrag über das Forum Wissen Hoffnung. Sie sprach mit Blick auf den Science Dome von „einer sehr guten Idee“, die „bestens“ zum neuen Museum passe. Das Forum Wissen wolle bei der Erhaltung und Erschließung, der Erforschung und Präsentation der 75 Teilsammlungen der Universität helfen. Die Bestände dieser über 30 Standorte im Stadtgebiet verteilten Sammlungen stammten zum Teil aus der Gründungszeit der Universität Anfang des 18. Jahrhunderts. Das Museum wolle zudem den Prozess des Wissenschaffens – nicht zuletzt durch Nutzung solcher Objekte - entstehe, zeigen. Dabei könne ein Science Dome helfen.

Thomas Langbein referiert zur Geschichte des Förderkreises. Quelle: Niklas Richter

Dinosauerierhorde rast über die Zuschauer hinweg

Mit ihm ließen sich natur- und kulturwissenschaftlicher Erkenntnisse vermitteln, ergänzte Langbein. So könnte eine Saurierhorde in einem 3D-Film über die Zuschauer hinwegrasen, schlug der Göttinger Ratsherr Hans Otto Arnold (CDU) vor. Er sprach anstelle des Oberbürgermeisters das Grußwort für die Stadt. Solche Filme würden das Interesse junger Menschen an der Wissenschaft in ganz besonderem Maße wecken, zeigte sich Arnold überzeugt.

Wissenschaft in Zeiten von Fake News

Die Öffentlichkeit für Wissenschaft zu begeistern, sei in Zeiten von Fake News besonders wichtig, erklärte Professor Harald Lesch in einer Videobotschaft. Er hat mehrfach auf Einladung des Förderkreises in Göttingen Vorträge gehalten. Die weithin sichtbare Kuppel würde die Neugier der Bürger auf das Museum wecken, erklärte Langbein.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Idee für ein „Science Dome“ im „Forum Wissen“

Mehr über den Förderkreis gibt es hier:

Der Verein: 170 Mitglieder und viele Aktionen

Mit einem Planetarium lässt sich die Begeisterung von Menschen für die Naturwissenschaften am besten wecken. Aus dieser Überzeugung heraus gründeten 1994 sieben Göttinger den Förderkreis Planetariumm der heute 170 Mitglieder zählt. „In den ersten Jahren konnten viele Wissenschaftler nur wenig mit unserer Idee anfangen, die breite Öffentlichkeit für ihre Arbeit zu begeistern“, erinnerte sich der Vereinsvorsitzende Thomas Langbein bei der Jubiläumsveranstaltung. Viele Professoren seien überzeugt gewesen, dass kaum jemand ihre Forschungsergebnisse verstehen werde. Das sei heute völlig anders. Mittlerweile gebe es bei allen Forschungsprojekten einen Etat für Öffentlichkeitsarbeit. Zu diesem Sinneswandel habe der Verein mit vielen Aktionen einen kleinen Beitrag geleistet, meinte Langbein. Der Förderkreis mache Infostände, organisiere Großveranstaltungen und Vortragsreihen. Mit Unterstützung von Künstler Reinhold Wittig hätten sie den Göttinger Planetenweg verwirklicht, der die Sonne und ihre Planeten im Maßstab 1:2 Milliarden darstelle.

Von Michael Caspar

Er landete auf der Motorhaube eines VW Tourans und verschwand: Die Polizei in Göttingen sucht nach einem Fahrradfahrer, der am Donnerstag in einen Unfall verwickelt gewesen ist.

24.09.2019

Ein Straßen- oder auch ein Ortsschild kann ein Souvenir sein. Nämlich dann, wenn sich damit etwas verbindet, wie etwa eine Musikgruppe, eine Fernsehserie oder ein Buch. Im Bereich Göttingen werden zuweilen solche Schilder gestohlen.

24.09.2019

Ein bisschen müssen sich die Schüler der Lohbergschule noch gedulden, spätestens im Oktober 2020 aber soll der Erweiterungsbau ihrer Schule fertig sein, für die heute der Grundstein gelegt wurde. Dann bekommen sie endlich eine richtige Mensa.

23.09.2019