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Göttingen 28-jähriger Sudanese in Göttingen getötet
Die Region Göttingen 28-jähriger Sudanese in Göttingen getötet
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18:41 03.06.2018
28-jähriger Sudanese im Göttinger Hagenweg getötet: Tatverdächtiger festgenommen. Quelle: HAZ
Göttingen

Ein 28-jähriger Mann aus dem Sudan ist in der Nacht zu Sonnabend am Hagenweg in Göttingen offenbar einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen. In Zusammenhang mit der Tat wurde ein 25-jähriger Hausbewohner aus Eritrea festgenommen, bestätigte Polizeisprecherin Jasmin Kaatz. Der Mann sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft.

Ob es sich dabei tatsächlich um den Täter handelt, müssten nun die Vernehmungen und weiteren Ermittlungen ergeben, sagte Kaatz. Bei der festgenommen Person handele es sich um einen Bewohner der Appartement-Anlage, vor der sich das Verbrechen gegen 23.40 Uhr ereignet hatte. Zu diesem Zeitpunkt seien „etliche“ Notrufe bei der Polizei eingegangen, so Kaatz.

Nach bislang vorliegenden Erkenntnissen der Polizei Göttingen wurde ein 28 Jahre alter Mann aus dem Sudan in dem Haus mutmaßlich mit einem Messer angegriffen und dabei im Bereich des Oberkörpers so schwer verletzt, dass er trotz sofortiger notärztlicher Behandlung noch vor Ort starb.

Spuren der Spurensuche: der Tatort am Morgen nach der Tat. Quelle: Peter Heller

Hausbewohner entdeckten den Sudanesen im Haupteingang liegend und alarmierten sofort die Rettungsdienste. Noch in der Nacht durchsuchten Experten des Erkennungsdienstes den Gebäudekomplex nach Spuren. Weitere Ermittler befragten Bewohner und potenzielle Zeugen.

Der Hagenweg war in Höhe des Wohnkomplexes zeitweise voll gesperrt, schildert die Polizei weiter. An der Absperrung seien vorsorglich auch Diensthundeführer zum Einsatz gekommen, „um die zum Teil aggressiv auftretenden Schaulustigen von dem Gebäude fernzuhalten“, heißt es in der Polizeimeldung vom Sonnabend weiter.

Der zuständige Haftrichter erließ am Sonntagvormittag Haftbefehl gegen den am Vortag festgenommenen 25-Jährigen aus Eritrea, wie sein Opfer Bewohner der Appartement-Anlage. Wie genau der Sudanese zu Tode kam, dazu wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen vorerst keine Angaben machen. Auch die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Messerstiche in Brust und Bauch

Am Morgen nach dem Gewaltverbrechen versammelten sich erneut zahlreiche Bewohner vor dem heruntergekommenen Gebäudekomplex. Unter der schwarzafrikanischen Gemeinschaft unter den Bewohnern herrschte tiefe Betroffenheit bis zur Verzweiflung. In der Nacht sei es am Eingang der Appartementanlage zu einem Streit gekommen, der schnell eskaliert sei, berichtete ein Bewohner. Der Täter soll dann seinen Kontrahenten mit einem Messer mehrfach in Bauch und Brust gestochen haben.

Nach der Gewalttat waren Schwarzafrikaner aus der näheren und weiteren Umgebung in den Hagenweg gekommen, um sich zu informieren und Freunden und Bekannten Trost zuzusprechen. Ein Freund des Getöteten konnte kaum beruhigt werden und erlitt einen Nervenzusammenbruch.

Der Polizei liegen keine Erkenntnisse über ein mögliches Motiv für das Verbrechen vor. Eine noch in der Nacht eingeleitete Suche nach der Tatwaffe sei bislang ergebnislos verlaufen,erklärte Kaatz. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Hinweise nimmt die Polizei Göttingen unter Telefon 05 51 / 4 91 21 15 entgegen.

Von Andreas Fuhrmann

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