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Göttingen 300 Schüler demonstrieren in Göttingen für Klimaschutz
Die Region Göttingen 300 Schüler demonstrieren in Göttingen für Klimaschutz
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18:53 18.01.2019
Jetzt aber schnell: Göttinger Schüler für Klimaschutz und sofortigen Kohleausstieg. Quelle: Brakemeier
Göttingen

Das Wetter zur Klimaschutzdemo war prächtig: trocken, sonnig, etwas zu frostig. Doch das Klima bereitete den Schülern vor dem Neuen Rathaus Kummer und Sorgen. In Spitzenzeiten demonstrierten bis zu 300 Jugendliche für einen besseren Klimaschutz und gegen die Klimapolitik der Bundesregierung. Sie waren dem Aufruf der Göttinger Ortsgruppe der internationalen Bewegung „Fridays For Future“ gefolgt

„Der Klimawandel wartet nicht, bis dein Bachelor fertig ist“, „Wenn wir jetzt nicht handeln, gibt es keine Welt, für die es sich zu lernen lohnt“ „Hambi bliebt“ und „Grünkohl statt Braunkohle“ stand etwa auf den Transparenten der Schüler.

„Fridays for future“: Für besseren Klimaschutz und einen sofortigen Kohleausstieg haben am Freitag bis zu 300 Schüler vor dem Neuen Rathaus in Göttingen demonstriert. Ähnliche Demos und Kundgebungen gab es in mehr als 50 deutschen Städten.

„Kohlekraftwerke abschaffen“, forderte Redner Leonard Krayer, Abiturient am Max-Planck-Gymnasium. Es sei Aufgabe der jungen Generation, dafür zu kämpfen. „Es ist unser Planet“, sagte Krayer unter Applaus. „Wenn es zu spät ist, was sollen wir dann tun? Dann können wir nichts mehr tun“, erklärte Krayer.

Klimaschutz ist unsere Zukunft“

Dass Proteste allein nichts bewirken, wissen die Schüler. „Es geht darum, konstant präsent zu sein“, erläuterte Linus Steinmetz vom Hainberg-Gymnasium. Klimaschutz und Klimawandel müssten weiter Thema in der Öffentlichkeit sein. „Klimaschutz ist unsere Zukunft“, meinte Krayer. Ziel müsse es sein, so Steinmetz, die Klimaziele von Paris einzuhalten. Dazu brauche es aber die Unterstützung aus der Politik. „Würde jede einzelne Kommunen mehr für den Klimaschutz tun, könnte sehr viel erreicht werden“, meint Krayer.

Leonhard Krayer. Quelle: Brakemeier

Schülerproteste unter dem Motto „Fridays for Future“ waren am Freitag auch in Braunschweig, Bremen, Hannover, Hildesheim, Lüneburg, Oldenburg, Osnabrück und Stade geplant. 4000 Schüler, Auszubildende und Studenten in Niedersachsen und Bremen haben protestiert. Allein 2300 In Hannover. Deutschlandweit beteiligten sich am Freitag nach Veranstalterangaben Gruppen aus knapp 60 Städten. Nach Veranstalterangaben waren 30000 Schüler auf der Straße statt im Klassenzimmer.

Initiatorin Greta Thunberg

Die Initiative „Fridays For Future“ geht zurück auf die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg. Die Schwedin gehe seit August 2018 mindestens einmal die Woche nicht in die Schule, sondern setze sich mit ihren Schulbüchern vor das Parlament, um die Regierung aufzufordern, sich konsequenter für den Klimaschutz einzusetzen, fasst die Göttinger Ortsgruppe „Fridays For Future“ zusammen. So seien allein am vergangenen Freitag junge Menschen aus Uganda, Südafrika, Nigeria, Finnland, Tschechien, Italien, Schweden, den USA, Kanada, Neuseeland, von den Faröer-Inseln sowie an vielen anderen Orten in den Klimastreik getreten, heißt es weiter.

 

Nach Thunbergs Vorbild gehen die Schüler in Deutschland während der regulären Unterrichtszeit auf die Straße. In Göttingen hatte es die erste Demo im Dezember gegeben.

Weitere Kundgebungen in Göttingen geplant

Steinmetz kündigt an, dass es weitere „Fridays for future“-Kundgebungen in Göttingen geben soll – wenn auch nicht wöchentlich. Für den 25. Januar planen Göttinger Schülern vor dem Bundeswirtschaftsministerium für einen sofortigen Kohleausstieg zu demonstrieren. Dort tagt dann die von der Bundesregierung eingesetzte Kohlekommision. Eine weitere Kundgebung in Göttingen, so Steinmetz, sei für März in Planung.

Bedenken des Kultusministeriums

„Wir begrüßen das Engagement der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz sehr“, sagte eine Sprecherin von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Dennoch lägen die Voraussetzungen für eine Beurlaubung vom Unterricht nicht vor. Zwar könne dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit ein Vorrang vor dem staatlichen Bildungsauftrag eingeräumt werden. In diesem Fall müsse dies aber die jeweilige Schulleitung zuvor erlauben.

Fernbleiben bedeutet Fehlstunden

Der Vorsitzende des Schulleitungsverbandes Niedersachsen, Frank Stöber, sagte, er bewundere die Schüler dafür, dass sie für ihre Zukunft demonstrieren gingen. „Ich finde es großartig, dass sie ihre Bürgerpflicht wahrnehmen und gegen ein Phänomen protestieren, das von der Politik kleingeredet wird.“ Allerdings sei es nicht besonders geschickt, dies während der Unterrichtszeit zu tun. „Weil das immer zu Konflikten führt.“ 

Wenn Schüler dem Unterricht zeitweise fernblieben, handele es sich um Fehlstunden, die auch als solche gezählt werden müssten, erläuterte Stöber. „Wenn Eltern das Fehlen aber entschuldigen, sind das entschuldigte Fehlstunden wie auch bei einem Arzttermin.“ Die Lehrer sollten die Schüler dann auffordern, den versäumten Stoff nachzuarbeiten, sagte Stöber.

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Von Michael Brakemeier / epd / dpa

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