Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Kleinkind durch Schütteln schwer verletzt
Die Region Göttingen Kleinkind durch Schütteln schwer verletzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:00 21.12.2017
Quelle: dpa
Anzeige
Göttingen

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Sommer vergangenen Jahres die sieben Monate alte Tochter seiner Lebensgefährtin so stark geschüttelt hatte, dass sie bewusstlos wurde. Das Kind wurde mit lebensgefährlichen Hirnverletzungen in die Uni-Klinik gebracht, wo es nach einem neurochirurgischen Eingriff intubiert und beatmet wurde.

Eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab damals, dass das Kind unter anderem eine flächige Blutung unter der harten Hirnhaut sowie ausgeprägte Einblutungen unter der Netzhaut aufwies. Außerdem habe es neurologische Ausfälle gehabt, sagte der Göttinger Rechtsmediziner Professor Wolfgang Grellner. All dies seien typische Befunde eines Schütteltraumas. Die lebensgefährlichen Verletzungen könnten nur durch vielfaches heftiges Schütteln und heftige Pendelbewegungen des Kopfes entstanden sein. Der Angeklagte hatte damals erklärt, dass das Kind aus dem Bett gestürzt sei. Später gab er an, dass er das Kind hochgeworfen habe, es dann aber nicht mehr habe auffangen können. Der Rechtsmediziner hielt beide Versionen für ausgeschlossen.

Die Mutter des Kleinkindes hatte diverse weitere Ursachen ins Spiel gebracht, die die Hirnschädigungen erklären sollten, unter anderem Schlaganfall, Bluthochdruck sowie Nieren- und Impfschäden. Daraufhin seien umfangreiche Untersuchungen vorgenommen worden, sagte der Rechtsmediziner. Sämtliche von der Mutter vorgebrachten Hypothesen hätten sich nicht bestätigt. Das Kind sei dadurch vielmehr unnötigen invasiven Maßnahmen ausgesetzt gewesen.

Die Mutter hatte ihren Lebensgefährten damals gebeten, ihre kleine Tochter zu beaufsichtigen, während sie sich mit einer Freundin traf. Kurz darauf habe er angerufen und weinend gesagt, dass irgendetwas mit dem Kind nicht stimme, berichtete die 32-jährige in ihrer Zeugenvernehmung. Als sie eintraf, habe er mit dem Kind im Arm vor der Tür gestanden. Die aus einer früheren Beziehung stammende sieben Monate alte Tochter sei bewusstlos gewesen.

Nach Einschätzung des Rettungsmediziners bestand konkrete Lebensgefahr. Ohne die schnelle Operation hätte das Kind nicht überlebt. Auch sonst habe es großes Glück gehabt. In mehr als 50 Prozent der Fälle blieben nach einem Schütteltrauma dauerhafte Schädigungen zurück.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eineinhalb Jahre Freiheitsstrafe ohne Bewährung gefordert hatte. Die Staatsanwältin hielt dem Angeklagten vor, dass er wegen Körperverletzung vorbestraft ist und zur Tatzeit unter Bewährung stand. Verteidiger Patrick Riebe plädierte dagegen auf eine elfmonatige Bewährungsstrafe. Sein Mandant lebe weiter mit seiner Lebensgefährtin zusammen, mit der er inzwischen auch ein gemeinsames Kind habe. Er kümmere sich liebevoll um die Kinder, nur einmal habe er unter ungeklärten Umständen in einer Situation versagt.

Der 31-Jährige hatte keine Angaben dazu gemacht, was damals passiert war. Er stehe aber zu seiner Verantwortung und schäme sich für alles, sagte er. Weil er inzwischen eine feste Arbeitsstelle hat und seither nichts vorgefallen ist, gab ihm das Gericht eine letzte Chance. Eine weitere Bewährung werde es aber nicht geben, sagte der Vorsitzende Richter Oliver Jitschin. „Wenn jetzt noch mal was passiert, rücken Sie ein.“

Von Heidi Niemann

Wegen des Überfalls auf eine 84-jährige Frau hat das Landgericht Göttingen einen 24-jährigen Mann wegen versuchter besonders schwerer räuberischer Erpres­sung, Einbruchsdiebstahls und gefährlicher Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Außer­dem ordnete es die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

14.01.2018
Göttingen Tagestipp: Eislaufen an der Lokhalle - Kufenspaß auf dem Eis

Eislaufen geht auch ohne Dauerfrost: Die Göttinger Eiszeit an der Lokhalle, ist bis zum 11. Februar montags bis donnerstags von 15 bis 19 Uhr und freitags bis 21 Uhr geöffnet.

21.12.2017

Schüler vom Hainberg-Gymnasium (HG) haben vom vergangenen Montag bis Mittwoch Schlafsäcke für Obdachlose gesammelt. Der Unesco-Kurs des achten Jahrgangs stiftet die Spenden an den „Göttinger Mittagstisch“.

21.12.2017