Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen 370000 Euro für vier freie Jugendzentren
Die Region Göttingen 370000 Euro für vier freie Jugendzentren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:22 11.01.2018
101000 Euro für das Jugendzentrum Innenstadt, genannt Juzi. Die Mehrheit im Jugendhilfe stimmt für einen entsprechenden Vertrag, die CDU enthält sich.
101000 Euro für das Jugendzentrum Innenstadt, genannt Juzi. Die Mehrheit im Jugendhilfe stimmt für einen entsprechenden Vertrag, die CDU enthält sich. Quelle: Foto: Hinzmann
Anzeige
Göttingen

Knapp 370000 Euro lässt sich die Stadt Göttingen künftig die vier freien Jugendzentren im Stadtgebiet kosten. Der Jugendhilfeausschuss des Rates hat am Donnerstag die von der Verwaltung vorgelegten Leistungs- und Budgetverträge für die freie Träger der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit großer Mehrheit zugestimmt. Einzig die beiden Vertreter der CDU enthielten sich der Stimme.

Danach entfallen auf das Unabhängige Jugendzentrum Weende mehr als 110000 Euro. Die zweithöchste Summe bekommt das Jugendzentrum Innenstadt (Juzi) mit knapp 101000 Euro. Knapp 94000 Euro sind für das Jugendzentrum Geismar vorgesehen, knapp 64000 für den Unabhängigen Jugendclub Grone. Die Verträge sind unbefristet. „Herzlichen Glückwunsch, dass uns das gelungen“, beglückwünschte die Ausschussvorsitzende Regina Meyer ihre Mitpolitiker in dem Gremium.

Das Juzi als „Keimzelle des Linksextremismus“

Widerspruch gegen die Verträge gab es am Donnerstag nicht – auch nicht von der CDU, bei der nun vertraglich festgelegten Zuwendung für das Juzi. Zuletzt hatte Junge Union (JU) die Förderung des linken Juzis in Frage gestellt. Vor dem Hintergrund der Ausschreitungen während des G-20-Gipfels in Hamburg hatte der Stadtverband der JU Junge gefordert, dem Juzi keine Fördergelder mehr zur Verfügung zu stellen. Stattdessen sollten Projekte gefördert werden, die sich gegen Linksextremismus richten.

Als „Keimzelle des Linksextremismus“ hatte der JU-Stadtverbandsvorsitzende Simeon Atkinson das Jugendzentrum bezeichnet. „Es wird Zeit, dass sich Göttingen endlich gegen den Linksextremismus stellt und ihn nicht auch noch fördert! Die falsche Toleranz für die Feinde der Demokratie muss ein Ende haben!“ Auch die CDU-Kreistagsfraktion thematisierte im Sommer das Juzi: „In letzter Konsequenz müsste das Juzi vorübergehend geschlossen werden. Wir wollen im Landkreis keinen rechtsfreien Raum für eine linksextreme Klientel, der sich oberflächlich als allgemeines Jugendzentrum tarnt,“ sagte Kreistagmitglied Harm Adam.

Sechsjähriger Prozess

Die jetzt mit den Trägern verhandelten Verträge gehen zurück auf einen Beschluss aus dem Jahr 2011. Rat und Jugendhilfeausschuss. Die Verwaltung sollte mit den Trägern der offenen Jugendarbeit ein „zukunftsorientiertes und auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtetes Konzept zur Verbesserung der offenen Jugendarbeit“ entwickeln. Ergebnis: das Rahmenkonzept „Offene Kinder- und Jugendarbeit in Göttingen“, das seit Juli 2012.

Gleichzeitig erhielt die Verwaltung den Auftrag, mit den freien Trägern über Zuwendungsverträge zu verhandeln, nach denen die Träger das Rahmenkonzept in ihren Einrichtungen umsetzen. Fünf Jahre später schloss sie damit ab.

Weitere Verträge vereinbart

Ähnliche Verträge sollen nach Entscheidung des Jugendhilfeausschusses auch mit dem evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbänden Göttingen-West und Nord-Süd, der evangelisch-reformierten Gemeinde , der ASC-Kinderbetreuungs-gGmbH, der Universitätsmedizin, dem Waldorfkinderhaus Michael und dem Diakonischen Werk Christophorus geschlossen werden. Auch hier gab es eine Mehrheitsentscheidung des Ausschusses. Bei dem Vertrag mit dem CVJM gab es hingegen noch Beratungsbedarf.

Von Michael Brakemeier

Göttingen Lesung im GDA-Wohnstift - Die Liebe des jungen Luthers
11.01.2018
11.01.2018