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13:56 15.04.2019
Zum Jazz-Frühshoppen auf der Kleinkunstbühne in Geismar spielten am Sonntag die New Orleans Syncopators auf. Quelle: Peter Heller
Göttingen

 So kann ein Sonntag beginnen: beschwingt und fröhlich. Für diese Stimmung sorgten am Sonntagvormittag die New Orleans Syncopators bei einem Jazz-Frühschoppen auf der Kleinkunstbühne in Geismar. Die siebenköpfige Gruppe folgte damit einer Einladung des Kulturvereins. Im vollbesetzten Saal in der Kerllsgasse – hier, wo sonst der Ortsrat Geismar wichtige kommunalpolitische Themen debattiert – erklang Musik der 1920er und 1930 er Jahre, Stichwort: Oldtimejazz.

Die Krähe von der Eiswiese

Holger Renneberg (vorn) spielt nicht nur Posaune und singt Songs, er ist auch der Entertainer der Band. Hinter ihm Schlagzeuger Wolfgang Jordan. Quelle: Peter Heller

Das Besondere an den New Orleans Syncopators ist nicht nur ihr Repertoire mit Titeln von Louis Armstrong, Clarence Williams, King Oliver und anderen Komponisten der frühen Jazz-Szene, da wäre auch das inzwischen durchaus beeindruckende Gründungsjahr der Band zu nennen: 1979. Nach Adam Riese können die Musiker also auf das 40-jährige Bestehen der Syncopators zurückblicken. Das tun sie auch – auf ihre Weise. Etwa, indem sie auf der Bühne ihren Spaß treiben und sich gegenseitig auf die Schippe nehmen. „Wir sind eine demokratische Band“, stellt Holger Renneberg fest, beschwert sich dann aber doch bei Jochen Decker über die dem Alphabet entgegenstehende Zusammenstellung der Titelliste. „Immer dieses Hin- und Herblättern. Das ist zusätzliche Arbeitsbelastung.“ Dann bemerkt Renneberg beim Blick auf einen 1915 komponierten Titel: „Du meine Güte: So langsam werden die Stücke älter, als es die Bandmitglieder sind.“ Sich selbst bezeichnet er als die „Krähe von der Eiswiese“, seinen Kollegen Decker als „Nachtigall von Geismar“. Das Publikum quittiert mit Fröhlichkeit, dass sich die Musiker nicht so ernst nehmen.

„Ich brauchte das Geld“

In der Pause erzählt Peter Prause von den Anfängen der Band. Der damalige Wirt im Blue Note habe sich einmal beschwert über das übersichtliche Repertoire der Musiker. „Der meinte, wir würden immer das Gleiche spielen.“ Freilich seien heute nicht mehr alle Bandmitglieder der ersten Stunde dabei. Das habe biologische Ursachen, andere seien aus eigenen Stücken weggegangen. Vor 19 Jahren kam Renneberg zur Band. „Ich war jung und brauchte das Geld“, witzelt er. Das Publikum, das zu den Auftritten der New Orleans Syncopators kommt, altert kongruent zu den Musikern mit. Nicht ganz: Musik machen halte jung, sind sich die Künstler allesamt einig. Aber im Apex würden auch junge Leute begeistert zum Oldtimejazz tanzen. Warum auch nicht, der sei schließlich Disco der 20er Jahre und komme aus den Vergnügungslokalen von New Orleans. Als trotz der lautstarken Jazz-Melodien der jüngste Gast, ein knapp dreijähriger Junge, auf dem Schoß seines Vaters einschläft, geht Renneberg kurz in sich: Wir waren wohl nicht laut genug“, ruft er von der Bühne herunter.

CD mit Live-Aufnahmen in Arbeit

Die größte körperliche Arbeit hat Jochen Beyer mit seinem schwergewichtigen Sousaphone. Quelle: Peter Heller

Die New Orleans Syncopators haben im Laufe der 40 Jahre ihres Bestehens eine LP und drei CD`s aufgenommen. Eine neue CD mit Live-Aufnahmen ist derzeit in Arbeit. Anfragen führten die Bands bislang zu Festivals in Deutschland, Frankreich, Polen und Großbritannien. Die nächsten Auftritte haben die rüstigen Jazzer am 27. April, ab 15.30 Uhr, im Apex und am 19. Mai, ab 15 Uhr, in der Torhaus-Galerie.

Die Vorsitzende des Kulturvereins Geismar, Annette Meyer, verweist gegenüber dem Tageblatt auf aktuell zwölf Veranstaltungen im Jahr auf der Kleinkunstbühne. Das Angebot reiche von Musik, Kabarett, Varieté, Liedermachern bis hin zu Angeboten für Kinder. Fördergelder nehme der Verein nicht in Anspruch. „Wir decken alles über die Eintrittsgelder ab“, so Meyer. Vor dem Publikum kommt sie auf eine Unterhaltung mit ihrer Enkeltochter zu sprechen. Die habe zum Wort Frühschoppen gesagt: „Kann man machen. Muss man aber nicht. Später shoppen geht auch.“

Jochen Decker spielt Trompete und übernimmt Gesangspassagen. Er ist die „Nachtigall von Geismar“. Quelle: Peter Heller

Zur Band gehören: Jochen Decker (Trompete und Gesang), Peter Prause (Klarinette), Holger Renneberg (Posaune und Gesang), Wolfgang Jordan (Schlagzeug und Gesang), Gregor Kilian (Klavier), Lothar Kohn (Klavier), Fred Rinke (Banjo), P. Morgenstern (Banjo), Jochen Beyer (Sousaphone) und Achim Pils (Manager).

Von Ulrich Meinhard

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