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Göttingen 60 Jahre Cheltenham–Göttingen: Eine Big Party
Die Region Göttingen 60 Jahre Cheltenham–Göttingen: Eine Big Party
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19:18 29.07.2011
Von Ilse Stein
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Und neben dem offiziellen zweijährlichen Treffen, organisiert von den Stadtverwaltungen, gibt es seit jeher eine Reihe weiterer Austauschprogramme: unter Künstlern ebenso wie unter den Schulen, zwischen Feuerwehren und Vereinen. Eine Partnerschaft also, die auch nach sechs Jahrzehnten höchst lebendig ist, still alive sozusagen. Kein Wunder, beide Städte haben so einiges gemeinsam. Angefangen von der hügelig-grünen Umgebung über die Zahl der Bevölkerung (Göttingen fast 130 000, Cheltenham rund 112 000) bis hin zur Universität. In Göttingen ist etwa jeder vierte Einwohner Student der Georgia Augusta, in Cheltenham verteilen sich rund 9500 Studenten auf drei Standorte, wovon zwei in Cheltenham direkt liegen.

Was uns das Gänseliesel, ist den Bürgern der Partnerstadt das Denkmal von Gustav Holst, einem dort geborenen Komponisten der Spätromantik. Die Studenten küssen ihn nach dem Erlangen der Doktorwürde zwar nicht, so wie unsere das Gänseliesel, fallen aber bei der Abschlussfeier gerne mal in das Wasser, das sein Denkmal umgibt. So jedenfalls weiß es Barbara Driver, Bürgermeisterin von Cheltenham, in der Festschrift zum 60-jährigen Twinning. Sie selbst ist das beste Beispiel für die langjährigen Beziehungen, sie besuchte unsere Region bereits 1952 zum ersten Mal. Für die Gäste also gibt es ein interessantes Programm: Spezialführungen durch die Stadt, Ausflüge nach Hann. Münden oder zur Berufsfeuerwehr, Wanderungen von Weende zur Burg Plesse. Und 2014 heißt es dann wieder: Big Party in Cheltenham.

Ansonsten befinden wir uns bekanntlich mitten in den Sommerferien – weshalb der Terminkalender so gut wie keinerlei politische Termine aufweist. Wenn man von den Runden absieht, die die drei Landratskandidaten Dinah Stollwerck-Bauer (CDU), Bernhard Reuter (SPD) und Christel Wemheuer (Grüne) derzeit in Stadt und Landkreis drehen. Auch in der Stadt. Denn den meisten Bürgern Göttingens dürfte immer noch nicht bewusst sein, dass aufgrund des (für den Normalmenschen) völlig unverständlichen Göttingen-Gesetzes Göttingen zwar weitgehend wie eine kreisfreie Stadt handeln darf, es aber de facto dann doch nicht ist. Was bedeutet: Die Göttinger wählen am 11. September nicht nur ihren Stadtrat, sondern eben auch den Landrat (oder die Landrätin) und den Kreistag mit. Bis zu diesem Datum also bedeutet dies: keine Einweihung, keine Kirmes, kein Dorffest, bei dem nicht alle drei Kandidaten auflaufen. Daneben geht ein wenig unter, wieviele Menschen in dieser Region sich um ein politisch-ehrenamtliches Mandat bewerben. Allein in Göttingen sind es 582, die für einen Sitz im Rat der Stadt oder in einem der Ortsräte kandidieren. Oder, um eine andere Zahl zu nennen: In Northeim kämpfen 220 Bewerber um die 50 Kreistagssitze. Der eigentliche Wahlkampf wird dann nach den Sommerferien durchstarten und mit viel Emotionen aufwarten – an Sachthemen mangelt es nämlich eher. Darüber sind sich auch alle Beteiligten klar.

Zunächst aber erst mal richtiges Ferienwochenend-Programm: ob bei der Feier am Dransfelder Gaußturm (der 100 Jahre alt wird) am Sonntag oder beim Familiennachmittag am Kulturzelt Duderstadt.