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Göttingen Zauberer und Krokodile im Kreishaus
Die Region Göttingen Zauberer und Krokodile im Kreishaus
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20:38 01.03.2019
Wiebke Gola vom Grotefend-Gymnasium Münden hat beim Vorlesewettbewerb neben Leontine von Eckardstein auf Platz „1b“ überzeugt. Quelle: Christina Hinzmann / GT
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Göttingen

Neun Schülerinnen und acht Schüler aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen sind in der zweiten Runde des 60. Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels im Kreishaus angetreten.

Die siebzehn Sechstklässler waren alle schon Gewinner an ihren Schulen. Im Klassen- und Schulverband haben sie sich durch besonders angenehmes Lesen durchgesetzt – meist gegen mehr Mitschüler als im Regionalentscheid. Michel Wesemann aus der Carl-Friedrich-Gauß-Schule in Groß Schneen musste sich gleich doppelt behaupten: „In unserer Schule hat der ganze sechste Jahrgang, also fünf Klassen, teilgenommen. Erst jede Klasse und die fünf Klassensieger mussten dann noch einmal in der Pausenhalle lesen, da waren um die hundert Schüler im Publikum“, erzählt er. Der Kreiswettbewerb in Göttingen sei um einiges ruhiger gewesen.

Drei Minuten für die erste Runde

Im Publikum saßen Eltern und Freunde der Vorleser, von der Begrüßung an hörten die Schüler gespannt zu. Der Wettbewerb teilte sich in zwei Runden: Für die erste Runde hatten sich die Lesebegeisterten selbst Textstellen ausgesucht und stellten das Buch vor den drei Minuten Lesezeit pro Kopf der ganzen Runde vor. In Michels Buch „Ein Krokodil taucht ab“ von Nina Weger spült die Schwester eines Jungen seinen Hausalligator die Toilette hinunter. „Im Buch heißt das Tier Alligator, ich weiß nicht, warum auf dem Titel Krokodil steht“, sagte er bei seiner Vorstellung und erntete zustimmendes Nicken von Eltern und Gelächter.

Michel Wesemann von der Carl-Friedrich-Gauß-Schule liest in der zweiten Runde aus dem bisher unbekannten Buch. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Das Buch ist nicht so bekannt wie andere ausgewählte Werke: Leontine von Eckardstein, die das Max-Planck-Gymnasium besucht, hatte sich „Harry Potter und der Feuerkelch“ ausgesucht.“Harry Potter ist für mich Leib und Seele“, sagte sie und auf ihre perfekte Aussprache der englischen Namen angesprochen, fügte sie hinzu: „Meine Eltern lassen mich die Filme nur auf Englisch schauen, da sind sie sehr strikt. Aber daher finde ich mich gut in die Wörter ein.“

„Die erste Leserin hat mit ihrem Text die Messlatte gleich sehr hoch gelegt“

Ein Gefühl für Sprache hatten alle teilnehmenden Schüler. Die Jury hatte es schon bei der Zwischenbesprechung nach der ersten Runde nicht leicht. „Wir beurteilen nach Lesetechnik, Interpretation und Textauswahl“, erklärte Hella Winnemuth von der Buchhandlung in Hann. Münden. „Die erste Leserin hat mit ihrem Text die Messlatte gleich sehr hoch gelegt“, sagte Winnemuth. Ihre Jurykollegin Petra Böning aus der Stadtbibliothek Duderstadt war beeindruckt: „Die Schüler waren alle sehr souverän.“ Die erste Leserin war Wiebke Gola vom grotefend-Gymnasium Münden. Sie beeindruckte mit klarer Buchvorstellung und lebendigem Lesen von Krisitna Dunkers „Ins Blaue hinein“ den ganzen Saal. „Es war sehr gruselig, als Erste zu lesen“, sagte sie. „Aber ich finde, dass die Konkurrenz hier stärker ist als in der Schule, aber es macht Spaß.“

Zweite Runde ohne Vorbereitung

Auf die zweite Runde konnte sich keiner der Teilnehmer vorbereiten. Das neue Buch von Helen Cooper, „Das Museum der sprechenden Tiere“, wurde von der Jury vorgestellt und dann hatte jeder der Schüler zwei Minuten Lesezeit. Hier stockten schon mehr der Schüler ab und zu, aber insgesamt war die Jury beeindruckt und auch Helga Steiniger, die Fachdienstleisterin Jugendarbeit des Landkreis, lobte die Schüler: „Sie haben nicht nur meist fehlerfrei gelesen, sondern auch den Text unbekannterweise belebt“, sagte sie.

Am Ende entschied sich die Jury für etwas neues: Den ersten Platz machte Leontine von Eckardstein, aber den „Platz 1b“ bekam Wiebke Gola. Leontine vertritt den Kreis bei den Bezirksmeisterschaften, aber Wiebkes Leistung sollte ebenfalls honoriert werden. „So etwas hat es noch nie gegeben, aber die beiden waren super“, sagte Steininger. Auch die Stimmung lobte die Veranstalterin: „Es war so angenehm und ruhig im Saal, kein Neidgefühl hat sich ausgebreitet.“ Die Schüler seien aus ihrer Sicht alle mit einem zufriedenen Gefühl nach Hause gefahren – auch wenn jeder gern gewonnen hätte.

Von Lea Lang

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