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Göttingen 62-Jähriger wegen Drogenhandels vor Göttinger Gericht
Die Region Göttingen 62-Jähriger wegen Drogenhandels vor Göttinger Gericht
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17:00 10.01.2018
Bei dem Angeklagten wurde unter anderem Marihuana sichergestellt.
Bei dem Angeklagten wurde unter anderem Marihuana sichergestellt. Quelle: dpa
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Göttingen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem gelernten Maurer und Zimmermann vor, im April 2015 mehr als 300 Gramm Cannabis-Pflanzenteile und Marihuana sowie mehr als 100 Gramm Marihuana und Marihuana-Blüten besessen zu haben, außerdem zwei Haschischplatten mit einem Gewicht von 190 Gramm.

Nach Ansicht der Anklagebehörde sollen diese Drogen zum Weiterverkauf bestimmt gewesen sein. Außerdem habe der Angeklagte ein funktionsfähiges Druckluftgewehr inklusive Munition besessen, das sich in unmittelbarer Nähe zu den Betäubungsmitteln befunden habe.

Das Gericht hat für das Verfahren, das am Mittwoch begonnen hat, zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt. Möglicherweise wird sich der Prozess aber deutlich länger hinziehen, weil der Angeklagte offenbar gesundheitlich stark angeschlagen ist, wie sich zu Prozessbeginn zeigte: Der 62-Jährige erschien am ersten Verhandlungstag auf einen Rollator gestützt und einem mobilen Beatmungsgerät ausgestattet.

Sein Verteidiger beantragte zum Prozessauftakt, das Verfahren vorläufig einzustellen, da sein Mandant aufgrund einer Lungenerkrankung verhandlungsunfähig sei. Dies habe ihm ein Arzt bescheinigt. Das vorgelegte Attest enthielt allerdings keine näheren Angaben zu den gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Angeklagten. Das Gericht will daher erst über den Antrag entscheiden, wenn ein geeignetes ärztliches Attest vorliegt.

Sollte das Gericht den Angeklagten für zumindest eingeschränkt verhandlungsfähig befinden, könnten die Verhandlungen vermutlich schon aus technischen Gründen nicht lange dauern. Der Akku des mobilen Beatmungsgeräts habe nur eine zeitlich begrenzte Laufzeit, erklärte der Angeklagte. Danach müsse das Gerät wieder an die Ladestation angeschlossen werden. Hierfür sei seines Wissens nach im Gericht keine Vorrichtung vorhanden.

Der Prozess soll in der kommenden Woche fortgesetzt werden.

Von Heidi Niemann

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