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Göttingen 766 Einsätze: Darunter viele Kinderunfälle
Die Region Göttingen 766 Einsätze: Darunter viele Kinderunfälle
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20:22 26.07.2009
Quelle: Heller
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Ob Autounfall, Herzinfarkt oder Schlaganfall: Der „Christoph 44“ genannte Hubschrauber der Luftrettung der Deutschen Rettungsflugwacht (DRF) bringt innerhalb kürzester Zeit einen Notarzt des Universitätsklinikums zum Patienten. Im ersten Halbjahr 2009 hob die Maschine dreimal mehr ab, als im Vergleichszeitraum 2008.

Ungewöhnlich in diesem Jahr: „Wir hatten erstaunlich viele Kinderunfälle“, sagt Markus Roessler, Oberarzt am Zentrum Anaesthesiologie, Intensiv- und Rettungsmedizin des Klinikums. Allein im vergangenen Monat waren es fünf Einsätze, bei denen Kinder schwer verletzt wurden, so der Notarzt.

In Schlucht gestürzt

Dem schnellen Einsatz des Göttinger Teams hat auch ein achtjähriger Junge aus Nordhessen sein Leben zu verdanken. Bei einem Wandertag hatte sich der Grundschüler von der Hand einer Aufsichtsperson losgerissen und stürzte 15 bis 20 Meter in eine Schlucht. Das Kind schlug auf einer Steintreppe auf. „Die Verletzungen waren lebensbedrohlich“, sagt Notärztin Eva Maria Rollmann, die das Kind nach wenigen Minuten Flugzeit vor Ort versorgte. Knochenbrüche und Lungenverletzungen, der Zustand des Jungen war „sehr kritisch“, erinnert sie sich. Pilot, Rettungsassistent und Ärztin brachten den Achtjährigen im Hubschrauber ins Göttinger Klinikum. Und: „Er hat alles gut überstanden“, sagt Rollmann. Dass ein Sturz aus derartiger Höhe ohne gravierende Folgen blieb, das sei schon „unglaublich“.

Der Großteil der täglichen Einsätze, die das Göttinger Hubschrauberteam fliegt, gilt allerdings internistischen Problemen – wie etwa Herzinfarkten oder Schlaganfällen. Aber: „Durch den langen Winter hatten wir Anfang des Jahres viele Glatteisunfälle. Sobald es warm wird, verändert sich unser Einsatzspektrum. Häufig werden wir dann zu schweren Freizeitunfällen gerufen, zum Beispiel beim Radfahrern“, sagt DRF-Rettungsassistent Karl Gröling.

„Christoph 44“ wird bei Notfällen als schneller Notarztzubringer alarmiert. Dazu ist er täglich von 7 Uhr morgens bis Sonnenuntergang einsatzbereit und mit Piloten, Notärzten und Rettungsassistenten besetzt. Einsatzorte im Umkreis von 60 Kilometern kann der Hubschrauber in maximal 15 Minuten erreichen. Er ist mit allen medizintechnischen Geräten ausgerüstet, die für die Patientenversorgung notwendig sind.

Im März war die Besatzung des Göttinger Hubschraubers gerade auf dem Rückflug von einem Einsatz in Hildesheim, als ein Luftalarm sie nach Bartshausen bei Einbeck rief. Die Leitstelle dort hatte auf ihrem Rescue-Track-Bildschirm – ein neues System, dass die DRF mitentwickelt hat – sehen können, dass der Hubschrauber in der Nähe und einsatzbereit war. Die Besatzung konnte sehr schnell vor Ort sein und eine schwerverletzte Frau versorgen, die mit ihrem Auto frontal auf ein anders Fahrzeug aufgefahren war. „Die Notfallpatienten erhalten auf diese Weise noch schneller medizinische Hilfe“, sagt Gröling.

bib

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