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Göttingen 80 Teilnehmer erkunden die Baustelle des Windparks Ellerode
Die Region Göttingen 80 Teilnehmer erkunden die Baustelle des Windparks Ellerode
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12:10 30.03.2018
Besichtigung der Baustelle des Windparks bei Ellerode. Experten erläutern den Baufortschritt.
Besichtigung der Baustelle des Windparks bei Ellerode. Experten erläutern den Baufortschritt. Quelle: Christina Hinzmann
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Ellerode

Während der Führung gaben Experten unter anderem vom Hersteller der Anlagen Enercon Auskunft über den aktuellen Baufortschritt des Projektes. „Wir haben die Baustelle bereits einmal im Dezember 2016 besichtigt, aber da gab es noch nicht viel zu sehen“, erklärte von Berlepsch.

Die Fläche auf der Windpark entsteht gehört der Familie von Berlepsch. Das Projekt sei von Beginn an kontrovers diskutiert worden, sagte von Berlepsch. Diese Debatten sollten zwar während der Baustellenbesichtigung nicht im Vordergrund stehen, dennoch nutzten einige Bürger die Gelegenheit, um kritische Fragen zu dem Projekt zu stellen. Unter anderem gingen sie auf den Schattenwurf der Räder und die verbundenen Probleme ein. Außerdem sprachen sie an, dass es im vergangenen Jahr einen Wassereinbruch in der Baustelle gegeben habe, und wie verhindert werden könne, dass es zu Problemen mit dem Grundwasser komme.

Nabenhöhe von 147 Metern

Die Mitarbeiter von Enercon erklärten, dass es sich bei dem Wassereinbruch um Oberwasser gehandelt habe. Bei dem Gebiet, in dem die Windkraftanlagen errichtet werden, handele es sich um ein Wasserschutzgebiet, dies habe die Firma bei der Planung von Beginn an berücksichtigt. „Hier gab es eine enge Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden“, hieß es von Seiten Enercons.

Unweit der Autobahn 7 in Richtung Kassel entstehen derzeit fünf Windkraftanlagen. Rund 80 Interessierte haben am Dienstagnachmittag an einer von Fabian von Berlepsch organisierten Baustellenführung bei Ellerode teil genommen.

Um die Standfestigkeit der Windräder zu gewährleisten, sei ein wasserundurchlässiger Stopfen in die Erde eingearbeitet worden. Damit solle unter verhindert werden, dass die Anlagen bei einem steigenden Grundwasserspiegel Auftrieb bekomme. „Das Fundament für das Windrad hat einen Durchmesser von 26 Quadratmetern. Die Nabenhöhe der Anlagen liegt bei 147 Metern“, berichtete Ingo Gröhn von Enercon.

1300 Kubikmeter Beton

Ein Windrad werde aus mehreren Betonbauteilen errichtet. In ihm seien etwa 1300 Kubikmeter Beton und mehr als 100 Tonnen Stahl verarbeitet. Das Fundament sei ein Ringfundament, damit die durch Wind entstehende Last am Rad an jeder Seite abgetragen werden könne. Die Betonbauweise der Windräder sei mit der von Autobahnbrücken vergleichbar, nur dass sie bei Windräder vertikal statt horizontal erfolge.

Farbgebung an der Natur orientiert

Auch die unterschiedlichen Farben an der Anlage erklärte Gröhn den Besuchern. Der rote Strich sei hierbei eine Forderung aus der Luftfahrt gewesen und solle Piloten helfen, ein Windrad frühzeitig zu erkennen. Die Grüntöne im Sockelbereich seien Enercon spezifisch. Sie sollen der Natur nachempfunden sein, so dass die Anlagen sich gut in ihr Umfeld einfügen könnten. Das ebenfalls verwendete Grau sei eine Vorgabe der Genehmigungsbehörden.

Windkraft in Südniedersachsen

52 Windkraftanlagen sind derzeit im Landkreis Göttingen in Betrieb, teilt der Landkreis mit. Im Bau befinde sich nach dem Stopp in Jühnde keine weitere Anlage. Allerdings werden kurz außerhalb des Landkreises Göttingen, teils auch jenseits der Landesgrenze gebaut – in von Ellerode unterhalb von Schloss Berlepsch und neben der Autobahn 7 nahe des Harzhorns.

27000 Megawatt Stunden im Jahr

Die erste der fünf Anlagen, die zusammen eine Leistung von 15 Megawatt haben, soll im Mai in Betrieb genommen werden. „Der Anschluss des gesamten Windparks soll bis Juli abgeschlossen sein“, sagte von Berlepsch. Die Anlagen sollen im Jahr rund 27000 Megawatt Stunden Strom erzeugen.

Ellerode als Testprojekt

Verkünden konnte von Berlepsch zudem, dass der Windpark bei Ellerode ein Testprojekt Enercons werden soll, mit dem geprüft werde, ob es möglich sei, dass die Anlagen nachts nur dann blinken, wenn sich beispielsweise ein Flugzeug nähert. „Dies soll zum einen über die Transponder in den Flugzeugen und zum anderen über Radarsysteme funktionieren“, sagte von Berlepsch. Die Investitionssumme für den Windpark beläuft sich nach Enercon-Angaben auf mehr als 20 Millionen Euro. „Mir ist bei dem Projekt wichtig, dass es in einer Art und Weise erfolgt, die für die Anwohner und die Natur in Ordnung ist“, betonte von Berlepsch.

Von Vera Wölk

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