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Göttingen Baubetriebshof Göttingen: Mehr Schäden als bei „Kyrill“
Die Region Göttingen Baubetriebshof Göttingen: Mehr Schäden als bei „Kyrill“
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17:56 19.01.2018
Wartende Bahnkunden nach dem Sturm Friederike. Quelle: Habermann
Göttingen

Mit welcher Wucht Sturmtief Friederike über Südniedersachsen gezogen ist, war vielerorts auch am Freitag noch nicht vollständig abzuschätzen. Am stärksten betroffen schien die Umgebung von Hann. Münden. Hier blieb wegen umgestürzter Bäume nicht nur die Autobahn 7 bis in die Nachmittagsstunden gesperrt. Auch mehrere Land- und Kreisstraßen waren lange unpassierbar. In der Folge blieben hier die Schulen am Freitag geschlossen.

Ein umgestürzter Strommast bei Bonaforth kappte zudem die 110-KV-Leitung nach Hann. Münden. Die Versorgung der Haushalte sei umgehend durch die Energienetz-Mitte übernommen worden, bestätigte Michaela Fiedler, Sprecherin der für das Netz zuständigen Avacon. Schon am Freitagmorgen ging das Licht für fast alle Mündener wieder an. Ausnahme sei ein Unternehmen, das für seine Maschinen Starkstrom direkt von der Avacon beziehe. Dieses könne bis mindestens Mitte nächster Woche nicht beliefert werden, so Fiedler. Die Avacon prüft jetzt, ob weitere Masten durch den Sturm beschädigt wurden und errichtet dann zunächst ein Provisorium. Das technische Hilfswerk sprang am Freitag mit einer Notversorgung ein.

So wütete Sturmtief Friederike in der Region

Wie hier waren im gesamten Kreisgebiet ehrenamtliche Helfer im Einsatz. Landrat Bernhard Reuter (SPD) bedankte sich am Freitag für deren „außerordentliche“ Leistung: „Sie hatten die Situation jederzeit im Griff. Dafür zolle ich den Helferinnen und Helfern Respekt und danke ihnen ausdrücklich für ihr Engagement.“ Er sei froh, dass durch Friederike keine Personen zu Schaden gekommen seien – auch nicht bei den Einsatzkräften. Kreisbrandmeister Volker Keilholz lobte explizit seine Feuerwehren für die schnelle und professionelle Arbeit bei den 254 registrierten Einsätzen in neun Stunden. „Ich kann es auf den Punkt bringen: Die haben alles gegeben.“

„Mehr Schäden als bei Kyrill“, hieß es in der ersten Bilanz des Göttinger Baubetriebshofes. Der für Grünflächen zuständige Fachdienst zählte am Freitag 50 umgestürzte Bäume. Besonders stark betroffen seien die Friedhöfe, wo Grabsteine durch Stämme und Äste beschädigt worden seien. Eine umfassende Bestandsaufnahme stehe aber noch aus. Das gilt auch für den Baumbestand außerhalb der Stadt. „Friederike hat es sehr ernst mit uns gemeint“, sagte Michael Rudolph, Sprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Wilhelm Schirmer, Vorsitzender der Forstgenossenschaft Hattorf, schätzte am Freitag: „Mindestens 40 bis 50 Prozent der gesamten Fichtenbestände liegen am Boden.“ Wie groß die Schäden in den Wäldern Südniedersachsen tatsächlich seien, könne erst gesagt werden, wenn die Forstmitarbeiter und Rückeunternehmen in die Wälder hineinkämen. Die hätten jetzt allerdings vorrangig erst einmal die Verkehrslinien freigemacht, so Rudolph.

Doch nicht nur die Straßen auch zahlreiche Bahnstrecken waren am Freitag nicht befahrbar. Viele Bahnkunden, die teilweise schon am Donnerstag in Göttingen gestrandet waren und die Nacht in Hotelzügen und anderen Unterkünften verbracht hatten, sammelten sich am Vormittag im Bahnhof unter der Anzeigetafel. Die zeigte noch immer mehrheitlich Zugausfälle und Verspätungen. Einige Gäste nahmen es mit Humor: Zumindest hätten sie etwas zu erzählen – vom Bahnhof voller Züge und Passagiere, hilfsbereiter Mitarbeiter und Ehrenamtlicher.

Für eine weitere Branche erwies sich Friederike als besondere Herausforderung. Die Nachfrage nach Taxen sei vergleichbar mit Silvester gewesen, berichteten die Göttinger Unternehmer einhellig. Ihre Fahrer erlebten zwei Ausnahmetage mit großer Nachfrage, weiten Touren, Sturm und Schnee.

Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden?

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung schützt Immobilienbesitzer, wenn sie ihre Verkehrssicherungspflichten verletzen und dadurch Dritte Schäden erleiden, teilt die Gothaer Versicherung mit.

Eine Wohngebäudeversicherung deckt Schäden am eigenen Haus und auch Folgeschäden ab.

Die Hausratversicherung tritt für Gegenstände in der versicherten Wohnung ein, wenn sie durch Sturm beschädigt oder zerstört werden.

Wird das eigene Auto beschädigt, übernimmt die Teilkaskoversicherung den Schaden. Voraussetzung: mindestens Windstärke acht.

Von Verena Schulz und Markus Scharf

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