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Göttingen Ab 11. Juni: ICE-Strecke zwischen Göttingen und Hannover gesperrt
Die Region Göttingen Ab 11. Juni: ICE-Strecke zwischen Göttingen und Hannover gesperrt
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16:31 22.05.2019
Vor allem Pendler müssen sich auf längere Fahrzeiten einstellen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen/Hannover

Vor allem Pendler brauchen ab dem 11. Juni gute Nerven: Sechs Monate lang wird die ICE-Strecke Hannover-Würzburg gesperrt. Der Grund: Nach fast 30 Jahren Betriebsdauer werden Gleise, Weichen und Technik erneuert.

Den Auftakt der Sanierung macht die Strecke Göttingen-Hannover. Auf dem 89 Kilometer langen Abschnitt werden von Dienstag, 11. Juni, bis Samstag, 14. Dezember etwa 142 Kilometer Gleise, 47 Weichen, 243 000 Schwellen und 405 000 Tonnen Schotter erneuert. Neun Tunnel und acht Talbrücken werden saniert. Zudem werden technische Anlagen auf den neuesten Stand gebracht und die Oberleitungsanlagen saniert.

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Auf der Schnellfahrstrecke HannoverWürzburg, die am 2. Juni 1991 in Betrieb genommen wurde, verkehren täglich etwa 110 Fernverkehrszüge und durchschnittlich 26 Güterzüge. Die maximale Geschwindigkeit beträgt für den Personenverkehr 280 km/h, und für den Güterverkehr 160 km/h.

Geplante Änderungen

Für die Arbeiten wird die Strecke komplett gesperrt. Die Züge werden über die alte Strecke im Leinetal umgeleitet. Dadurch verlängern sich die Fahrzeiten im DB-Fernverkehr nach Auskunft der Bahn um etwa 30 bis 45 Minuten. Details zu den Fahrplanänderungen sind in den Fahrplanmedien veröffentlicht. Im Nahverkehr müssen sich die Fahrgäste aufgrund der Umleitung der Fernverkehrszüge über die Leinetal-Strecke auf Fahrplanabweichungen und Zugausfälle einstellen.

Die geplanten Arbeiten wirken sich wie folgt aus:

RB 80 (GöttingenNordhausen) und RB 86 (Einbeck Mitte-Northeim-Göttingen): Fahrplan- und Anschlussänderungen.

RB 82 (GöttingenBad Harzburg): Die Züge zwischen Bad Harzburg und Kreiensen verkehren mit abweichenden Fahrzeiten, in Kreiensen wird stündlich der RE 2 erreicht.

KreiensenNortheim: Die Züge entfallen. Fahrgäste nutzen den RE 2.

NortheimGöttingen: Die Züge entfallen. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet.

Sollten aufgrund der Bauarbeiten Züge des RE 2 (Metronom) in Einbeck-Salzderhelden verspätet ankommen, wird nach Möglichkeit eine zusätzliche Fahrt der RB 86 von Einbeck-Salzderhelden nach Einbeck Mitte angeboten, um Wartezeiten zu vermeiden, teilt die Bahn mit. Diese Bedarfsfahrten werden kurzfristig durch Ansagen im Zug und am Bahnsteig kommuniziert. Zudem werden Details zu den Änderungen in den Fahrplanmedien veröffentlicht.

Züge des Metronom/Erixx: Die Linie RE 2 (Metronom) HannoverNortheimGöttingen verkehrt mit abweichenden Abfahrts- und Ankunftszeiten. Die Linie RE 10 (Erixx) Hannover-Bad Harzburg fährt ohne Einschränkungen.

Informationen online und vor Ort

Nach Angaben der Bahn werden Reisende rechtzeitig in den Bahnhöfen durch Aushänge, Wandaufkleber, Fußbodenaufkleber und Ansagen sowie Durchsagen und Memo-Karten in den Zügen informiert. Fahrplanänderungen werden zudem über die App, den DB-Navigator über Max Maulwurf, Flyer und Plakate in den Bahnhöfen und im Internet bekannt gegeben.

Die Fahrzeitverzögerungen sind bei Fahrplänen und Zugreservierungen seit Beginn des Vorverkaufs berücksichtigt. „Wir empfehlen allen, die noch Karten kaufen, ihre Reise rechtzeitig zu planen“, sagt Sven Meyer von DB-Fernverkehr. Die Bahn hat sogenannte Auslastungsgrafiken entwickelt, die im Internet einsehbar sind und anzeigen, welche Züge stark und welche weniger gebucht sind.

Kosten in Höhe von 175 Millionen Euro

Insgesamt kostet das Projekt, das zwei Jahre vorgeplant wurde, nach Angaben der Bahn 175 Millionen Euro und damit einen gehörigen Teil der für Niedersachsen in diesem Jahr vorgesehenen Mittel. „Danach soll die Strecke 30 Jahre halten – mindestens“, sagt Projektleiter Martin Holtgrewe. Die südlicheren Abschnitte zwischen Göttingen und Würzburg saniert die Bahn in drei Bauphasen in den Jahren 2021 bis 2023.

 

Von Nora Garben und Bernd Haase

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