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Göttingen Abseilen aus neun Metern Höhe
Die Region Göttingen Abseilen aus neun Metern Höhe
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18:05 14.07.2009
Senkrechte Felswand: Lisa aus Diemarden und Trainerin Sonja Förster seilen sich ab.
Senkrechte Felswand: Lisa aus Diemarden und Trainerin Sonja Förster seilen sich ab. Quelle: Pförtner
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Das Abseilen kommt gut an und zählt deshalb nach Auskunft des Gemeindejugendpflegers Uwe Renke zum festen Angebot im Sommerferienprogramm. Seit vielen Jahren werden die Teilnehmer von Klettertrainerin Sonja Förster fachkundig betreut. Auch diesmal war der zweitägige Termin schnell ausgebucht.

Drei Mädchen und sieben Jungen im Alter von acht bis zwölf Jahren verbrachten spannende Stunden im Wald unweit des Feuerwehrhauses von Benniehausen. Am ersten Tag bauten sie eine Hängebrücke. „Da mussten wir ein Seiltaxi rufen, und wurden dann herüber gezogen“, berichtet Tim begeistert von der spannenden Aktion, bei der die Kinder bereits erste Höhenerfahrungen sammelten.

Tags drauf stand dann das Abseilen von einer rund neun Meter hohen, steilen Felswand auf dem Programm. Zunächst legt Stefanie Steinebach den Kindern die Sicherungsgurte um und überprüft deren korrekten Sitz. Derweil bereitet Sonja Förster oberhalb des Felsens die Seile und Absicherungen vor. Tim, Maurice und Marvin betrachten den Fuß des Felsens und stellen besorgt fest: „Da sind ja lauter Brennnesseln.“ Auf die Frage, ob sie denn vor dem Abseilen von oben vielleicht etwas Angst haben, versichern die drei einhellig: „Nein, gar nicht.“ Nicht einmal ein mulmiges Gefühl hätten sie, betonen auch die anderen in der Runde, die zwischenzeitlich eine Generalprobe am Übungshang absolviert haben.

Wenig später sitzen die Kinder oberhalb des Felsens, nur wenige Meter von der Kante entfernt. Die Klettertrainerin schärft den Mädchen und Jungen noch einmal die Sicherheitsvorkehrungen ein, dann ist auch schon Caroline an der Reihe. Sie war als einzige schon einmal im Vorjahr beim Abseilen dabei und traut sich daher, den Felsen ganz alleine hinunter zu hangeln. Unten wird sie von Steinebach empfangen, die bereits die Brennnesseln zur Seite gedrückt hat.

„Wie im Bett“

Als nächste setzt sich Lisa den Helm auf und hakt sich in das Seil ein. Wie auch die anderen Kinder wird sie beim Abseilen von Förster begleitet. „Wie fühlst du dich“, fragt die Outdoor-Trainerin. Lisa antwortet: „Ganz normal.“ Als sie wenig später wieder den Berg hinauf zu den anderen gelaufen ist, beschreibt die Zehnjährige ihr Gefühl: „Wenn man im Gurt sitzt, ist das, als wenn man im Bett liegt.“

Zumeist plaudert Förster an der Felswand etwas mit den Kindern, um ihnen ein wenig die Nervosität zu nehmen. Lars spielt normalerweise Fußball, und zusammen mit seinem Freund Lucas würde er auch gerne „Mädchen ärgern“, erfährt sie dabei. Der Achtjährige sei wie mancher Junge emotional viel aufgeregter gewesen als etwa die Mädchen der Gruppe. Erst eine Weile, nachdem er wieder festen Waldboden unter den Füßen hat, richtet er seinen Blick nach oben und stellt fest: „Die Wand sieht von oben viel steiler aus.“

Selbst wer sich an diesem Tag doch nicht den Felshang neun Meter in die Tiefe abseilt, bekam Lob von Förster. Es komme eben nicht darauf an, über seine Grenzen zu gehen, sondern den Umgang mit seinen eigenen Grenzen zu lernen. „Die meisten gehen gestärkt daraus hervor“, schildert sie ihre Erfahrungen. „Wer es geschafft hat, hat ein Lächeln im Gesicht und ein Glitzern in den Augen.“

Ein Video vom Abseilen gibt es hier zu sehen.

Von Britta Eichner-Ramm

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