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Göttingen Acht Kilometer lange Römerspur rekonstruiert
Die Region Göttingen Acht Kilometer lange Römerspur rekonstruiert
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19:01 07.04.2010
Sie markieren die Wege der Römer: Lanzenspitzen aus dem Römerlager in Hedemünden … Quelle: Hinzmann

Inzwischen geht es bei den Erkundungen längst nicht mehr nur darum, die einzelnen Gebäude und Einrichtungen des vermutlich im Jahre 11 oder 10 vor Christus angelegten Militärlagers ausfindig zu machen.

Die Archäologen und Historiker sind jetzt vielmehr auch darauf erpicht, die Verbindung zu anderen bereits bekannten Fundorten in Hessen und Nordrhein-Westfalen herzustellen und die weiteren Marschrouten der Römer in Richtung Elbe zu finden. In Südniedersachsen hat man bereits – im Sinne des Wortes – große Fortschritte gemacht: „Wir können inzwischen eine acht Kilometer lange Marschroute rekonstruieren“, sagt der Göttinger Kreisarchäologe Klaus Grote.

Bei der Suche nach den Spuren der Römer profitierten die Forscher von einer Besonderheit der damaligen Schuhbekleidung. Die Legionäre, die an den Feldzügen des Drusus beteiligt waren, trugen Sandalen. Diese waren jeweils mit 40 bis 60 Nägeln bestückt, von denen sich immer wieder einzelne lösten. Zum Glück für die Archäologen blieben sie über 2000 Jahre unberührt im Boden liegen – „wie an einer Perlenschnur aufgereiht“, sagt Grote. Sie konnten damit nicht nur die damals benutzte Wegstrecke ausfindig machen, sondern hatten auch eine weitere Bestätigung für die zeitliche Einordnung des Römerlagers: Die Nägel hatten genoppte Unterseiten, solche trug man in der Epoche des Kaisers Augustus.
Insgesamt fanden die Archäologen über 1200 Exemplare, sowohl im Römerlager selbst, das bis zu 6000 Legionären Platz bot, als auch auf den weiterführenden Wegen. Einige Kilometer weiter in nordöstlicher Richtung entdeckten sie dann auch noch eine andere Form der Sandalennägel. Dort hatten die Römer auf einer Anhöhe bei Mollenfelde einen Holzturm errichtet. Dieser Turm sei vermutlich zur schnellen Kommunikation mit Rauch- und Lichtzeichen genutzt worden, erläutert Grote. Da die hier aufgefundenen Sandalennägel eine etwas andere Machart haben, vermuten die Wissenschaftler, dass dieser Posten erst später gebaut wurde.

Als eine besondere Fundgrube entpuppte sich indes eine andere römische Hinterlassenschaft südlich von Hedemünden im Kaufunger Wald. Hier fanden die Archäologen eine von Palisaden umfasstes 4000 Quadratmeter großes Kleinlager der Römer, in dem sich auch Holzbauten befanden. Die Palisaden sind rundherum verkohlt. Möglicherweise hätten die Römer hier bei ihrem Abzug verbrannte Erde hinterlassen, sagt der Kreisarchäologe.

Auch der Turm bei Mollenfelde war abgebrannt.

Inzwischen stapeln sich über 2000 restaurierte Funde bei der Kreisarchäologie: Pfeil- und Lanzenspitzen, Pionieräxte, ein Legionärsdolch, eine Gefangenenfessel, Relikte der Bebauung wie Beschläge, Haken und Zeltheringe, außerdem Werkzeuge wie Sensenblätter und Sicheln, hinzu kommen Keramikreste, Münzen, Schmuck – und natürlich jede Menge Sandalennägel.

Groß angelegte Grabungen seien zunächst nicht mehr geplant, sagt Grote. Jetzt gehe es vielmehr darum, die Funde auszuwerten und wissenschaftlich aufzubereiten. „Das ist viel Arbeit, und da sind auch noch manche Überraschungen zu erwarten“, sagt der Kreisarchäologe. Er steht dabei auch unter einem gewissen Zeitdruck: In zweieinhalb Jahren geht er in Pension, bis dahin muss die Publikation fertig sein. Eines würde er bis dahin aber noch gerne herausfinden, wo der nächste römische Posten in Richtung Norden war.

Von Heidi Niemann

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