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Göttingen Barrierefrei in Haft
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22:04 14.01.2018
Die JVA Rosdorf. Quelle: Christina Hinzmann
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Rosdorf/Hannover

Von den 182 älteren Insassen in Niedersachsen sind nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums 32 Gefangene sogar älter als 70 Jahre. Der wegen Beihilfe zum Mord in 300000 Fällen verurteilte frühere SS-Mann Oskar Gröning mit seinen 96 Jahren wäre also einer der ältesten Häftlinge. Das Bundesverfassungsgericht hatte erst am Freitag eine Verfassungsbeschwerde Grönings zum Haftaufschub abgelehnt.

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rosdorf, die Platz für insgesamt 340 Gefangene bietet, befinden sich sieben Inhaftierte im Alter zwischen 65 und 70 Jahren, erklärt die Anstaltsleiterin Regina Weichert-Pleuger. Dazu kommen zwei Gefangene, die älter als 70 Jahre sind. Das entspricht in etwa den Zahlen der vergangenen vier Jahre, ein Anstieg sei nicht zu verzeichnen, erklärt die Anstaltsleiterin.

Der Gefängnisbau bei Rosdorf ist ebenso wie die neueren Justizvollzugsanstalten in Oldenburg, Sehnde bei Hannover und in Bremervörde bereits barrierearm oder ganz barrierefrei gebaut worden. In einigen älteren Einrichtungen in Niedersachsen wurden nachträglich barrierefreie Plätze geschaffen, erklärt das niedersächsische Justizministerium weiter. Senioren in der Haft sind nicht mehr zur Arbeit verpflichtet, können aber auf freiwilliger Basis arbeiten. Ein umfassendes Konzept zum Umgang mit älteren Gefangenen gibt es laut Ministerium nicht.

Manche Anstalten böten zielgerichtete Aktionen an wie etwa Gruppen für Gefangene über 50. In anderen Gefängnissen werde Yoga für Männer angeboten. Gerade ältere Inhaftierte fühlten sich infolge einer längeren Haft oftmals durch das klassische Sportangebot überfordert, so das Ministerium.

Besonderheiten gegenüber diesen Maßnahmen, erklärt Anstaltsleiterin Weichert-Pleuger, gebe es in Rosdorf nicht. Auch hier würden das Alter und etwaige altersbedingte gesundheitliche Einschränkungen beispielsweise durch ein besonderes Sportangebot wie Gesundheitssport, Yoga oder Meditation wie auch im Freizeitangebot allgemein berücksichtigt, sofern entsprechende Interessen und Bedürfnisse vorhanden sind, meint Weichert-Pleuger.

Niedersachsenweit wird nicht erfasst, für welche Art von Verbrechen die älteren Insassen ihre Haftstrafen absitzen. Vom Gewaltverbrechen bis zum Einbruch sei alles dabei, erläuterte eine Sprecherin des Justizministeriums. Im Vergleich zu 2014 sei ein leichter Anstieg der Zahlen zu beobachten. So gab es vor drei Jahren noch insgesamt 174 inhaftierte Senioren. Die Tatsache, dass die Gesellschaft älter werde, zeichne sich auch im Gefängnis ab, sagte die Sprecherin. Niedersachsen sei auf den demografischen Wandel gut vorbereitet.

Eine besondere Herausforderung sind dem Ministerium zufolge pflegebedürftige Gefangene. Die Pflege werde entweder vom Krankenpflegepersonal der JVA oder gelegentlich durch externe Pflegedienste geleistet. Bei erheblichem Pflegebedarf kommen die Insassen in das Justizvollzugskrankenhaus im emsländischen Lingen. Dort können vor allem Patienten mit kürzeren Haftaufenthalten oder nur vorübergehendem Pflegebedarf behandelt werden. Darüber hinaus gibt es eine Langzeitbehandlungsstation mit fünf Betten. In seltenen Einzelfällen, etwa bei Demenz, werde von Ärzten eine Haftunfähigkeit bescheinigt, erklärte die Sprecherin.

Von Matthias Heinzel (mit epd)

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