Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Äpfel sind von Pilzen befallen
Die Region Göttingen Äpfel sind von Pilzen befallen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:49 15.09.2009
Sommerfäule auf dem Vormarsch: Auch Äpfel in Göttingen sind bedroht.
Sommerfäule auf dem Vormarsch: Auch Äpfel in Göttingen sind bedroht. Quelle: dpa
Anzeige

„Aus Nordhessen und Westfalen gibt es seit einiger Zeit Berichte über den Feuerbrand, der die Rinde angreift und den Obstbaum zum Absterben bringen kann“, sagt König-Hollrah. Auch der bisher in Norddeutschland unbekannte Birnengitterrost rückt näher. Der Pilz befällt die Unterseite von Blättern, die sich braun färben. Der Pilz kann die Hälfte des Laubs zerstören und den Baum entsprechend schwächen.

Schwarze Sommerfäule

Im Alten Land, dem größten zusammenhängenden Obstanbaugebiet Nordeuropas, schlägt derzeit die Schwarze Sommerfäule zu. Der Pilz befällt die wachsenden Früchte im Juli. Dann sind nur unauffällige kleine schwarze Punkte zu sehen. Kurz vor der Ernte bricht eine aggressive Fäulnis aus, die die befallene Frucht innerhalb weniger Tage zerstört.
Dass die neuen Pflanzenkrankheiten sich rasch ausbreiten, liegt auch an der abnehmenden Sortenvielfalt im Obstanbau. In der Region Göttingen wurden früher 1800 Sorten angebaut, heute sind es nur noch 100, erklärt der Groner Baumschuler Jürgen Jensen. Hobbygärtner bauten besonders gerne Apfelsorten an, die sie aus dem Supermarkt kennen würden, etwa Cox Orange, Elster oder Jona Gold. Diese seien besonders empfindlich. Im Erwerbsobstbau werde daher konsequent gespritzt.

„Wer keine Pflanzenschutzmittel einsetzen will, muss robuste Sorten ziehen“, erklärt Jenssen. Das Problem: Deren Früchte schmeckten oft nicht besonders gut. König-Hollrah vom Landschaftspflegeverband warnt davor, „die Pferde scheu zu machen“. Alte Hochstämme würden in den ersten Jahren unter neuen Krankheiten sehr leiden, würden aber mit den Jahren widerstandsfähiger.
Gelassen reagiert auch der Vorsitzende der Realgemeinde Geismar, Herbert Linne. Die Realgemeinde habe auch einige Hektar Streuobstwiesen. „Manche Bäume werden befallen, andere nicht“, sagt er. Auf das schöne Äußere komme es ihnen ohnehin nicht an, da sie aus den Äpfeln Saft machten.

Von Michael Caspar