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Göttingen Ärger über Baustelle Groner Tor
Die Region Göttingen Ärger über Baustelle Groner Tor
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00:19 31.12.2018
Nach wie vor für Fußgänger und Radfahrer dicht ist die Baustelle am Groner Tor.
Nach wie vor für Fußgänger und Radfahrer dicht ist die Baustelle am Groner Tor. Quelle: hein
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Göttingen

Ein Göttinger Bürger, der sich selbst als „regelmäßiger Auto- und Radfahrer zwischen Theodor Heuss-Straße und Rosdorfer Weg“ bezeichnet, hatte die Stadtverwaltung angeschrieben und sich massiv beschwert. Die Dauer der Bauarbeiten am Groner Tor sei mit zwei bis drei Wochen angegeben worden, dauerten zum Zeitpunkt seiner Beschwerde am 5. Dezember bereits fünf Wochen und sollten danach noch wochenlang fortgesetzt werden. Das ist der Fall: Gearbeitet wird immer noch.

Der Bürger beschwerte sich unter anderem über die lang andauernde „Sperrung für Radfahrer und Fußgänger, Verkehrsstau ohne sinnvolle Option für die Busse, die teils riesige Verspätungen einfahren“. Als Radfahrer überquere er mittlerweile unter Missachtung der Verkehrsregeln die Kasseler Landstraße vor dem Eisenbahntunnel, „da die Alternativen mich mindestens fünf Minuten kosten. Und wenn man an der Baustelle vorbeigekommen ist, arbeiteten zwei bis drei Arbeiter gemütlich im Tiefbau.“ Die Baustelle habe Null Priorität.

In anderen Städten sei bei vergleichbaren Projekten ein Notfußweg durch die Baustelle selbstverständlich „und wäre bei diesem Schneckenbau-Tempo vermutlich mit ein klein wenig Aufwand realisierbar gewesen. Ich dachte so gut können nur Berliner planen.“ Grotesk sei, dass die Stadtverwaltung während dieser Zeit auch noch Parallelbaustellen wie beispielsweise auf der Jheringstraße genehmigt habe.

Imaginäre Busse

Weitere Kritik übt der Bürger an Behinderungen des Busverkehrs. Die mit dem Ortungssystem GPS ausgerüsteten Busse müssten an Busampeln warten, „und wenn gerade kein Bus kommt, schalten diese für imaginäre Busse auf Grün“ wie beispielsweise am Bahnhofsvorplatz. Fahrradfahrer ignorierten diese „Schildbürgerampel“ regelmäßig. Der Beschwerdeführer: „Die Technik, einem Bus Grün zu geben, gibt es ja auch erst seit 30 Jahren in anderen Städten.“

„Die Baustelle am Groner Tor“, antwortete Stadtbaurat Thomas Dienberg dem verärgerten Bürger, „ist eine der verkehrsrelevantesten Maßnahmen im Stadtgebiet der letzten Jahre.“ Dieses Projekt besitze „sowohl für die Verwaltung als auch für die auszuführende Firma eine hohe Priorität“. Alle Projektbeteiligten versuchten, „diese Maßnahme gemäß dem gesetzten und abgestimmten Zeitplan umzusetzen. Bauverzögerungen, die oftmals auch äußeren Umständen geschuldet und daher manchmal nicht zu vermeiden sind, versuchen wir auf ein Minimum zu reduzieren.“

Fertig erst Anfang 2019

Die kritisierte Planung über zwei bis drei Wochen habe sich nur auf die absolut einschränkende Bauphase betroffen, in der in jeder Richtung nur ein Fahrstreifen zur Verfügung stand. Dienberg: „Die Baustelle wird, insbesondere für den Radverkehr, erst Anfang 2019 abgeschlossen sein. Der Fertigstellungstermin hängt natürlich auch von den Witterungsverhältnissen der nächsten Wochen ab.“

Parallele Baustellen auf Ausweichstrecken, erklärt Dienberg, „sind selbstverständlich nicht optimal“. Verwaltung und andere Beteiligte wie beispielsweise Verantwortliche für Kanäle und Leitungen seien zwar bemüht, dies nach Möglichkeit zu vermeiden, aber: „Leider kann dies, wie im Fall der Jhringstraße, nicht immer gewährleistet werden. Gründe dafür können zum Beispiel Notfallmaßnahmen des Gasversorgers sein.“ Der Stadtbaurat versichert jedoch, „dass hier ein regelmäßiger Austausch zwischen den Leitungsträgern und der Stadtverwaltung stattfindet“, um „gegenseitige Abhängigkeiten bei Baumaßnahmen zu erkennen und darauf entsprechend der jeweiligen Möglichkeiten zu reagieren“.

„Notfußweg möglich“

Generell sei eine derart große Baumaßnahme wie am Groner Tor „oftmals auch mit einem zeitlich begrenzten Aufgeben von einzelnen Fahrbeziehungen - für den Auto, Rad- oder Fußgängerverkehr – verbunden“, sagt Dienberg. „Auch hier versuchen Stadtverwaltung und Baufirma, diesen Zustand auf das Nötigste zu begrenzen.“ Ein „Notfußweg“ durch die Baustelle sei nur dann möglich, wenn dadurch keine abgetrennten Bauabschnitte entstünden oder wenn in dem betreffenden Bereich keine Arbeiten stattfänden.

Bislang sei eine solche Lösung „mangels Flächenverfügbarkeit“ nicht umsetzbar gewesen, aber: In der baufreien Phase zwischen Weihnachten und Neujahr werde eine solche Lösung umsetzbar sein. Bis zum Freitag allerdings war das nicht geschehen: Fußgängern ist der Durchgang weiterhin untersagt.

Von Matthias Heinzel

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