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Göttingen Ärger um Kindertagespflege
Die Region Göttingen Ärger um Kindertagespflege
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15:41 21.11.2017
Gesprächsrunde in der Redaktion des Göttinger Tageblattes: Silke Burdack-Scheede, Olga Karlinskaya, Annette Frick, Sandra Lumme-Griep, Ankse Voigt mit Sohn Henry, Christiane Müller und Andrea Karnasch (v. li.). Quelle: Foto: Mischke
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Göttingen

Das Verwaltungsgericht Göttingen hat Mitte Oktober die Satzung zur Tagespflege des Altkreises Göttingen kassiert. Zum 1. Januar 2018 soll eine neue Satzung beschlossen sein. Während der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch, 22. November, um 16 Uhr im Kreishaus, Reinhäuser Landstraße 4 in Göttingen, soll der Entwurf des Landkreises diskutiert werden. Die Liste der Mängel auch des neuen Papiers ist aus Sicht der Kindertagespflegerinnen lang.

So fordern sie eine Erhöhung des Satzes, den sie bislang für jedes Kind pro Stunde bekommen. 4,50 Euro, bei Nachtbetreuung nur ein Viertel davon, seien zu wenig für die Leistungen, die sie erbringen müssten. Nicht bezahlt würden beispielsweise Vor- und Nachbereitung, Raumgestaltung, Feste und Laternenumzüge, Elternabende und -gespräche, Verwaltung, Putzen, Kochen, Einkaufen und das Einwerben neuer Eltern, die ihre Kinder zur Tagespflege schicken.

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Bis zu drei Kinder hauptsächlich unter drei Jahren dürfen Kindertagespflegerinnen gleichzeitig betreuen, bis zu fünf Kinder, wenn sie über entsprechende Räumlichkeiten verfügen, als Großpflegeeinrichtung mit Genehmigung bis zu acht Kinder, ist eine ausgebildete Erzieherin dabei, bis zu zehn Kinder. Geld gebe es aber nur, wenn die Kinder tatsächlich anwesend sind, erklärt Andrea Karnasch, Regionalsprecherin der Berufsvereinigung der Tagespflegepersonen in Landkreis und Stadt Göttingen. Die Ausnahme: 20 Tage zahlt der Landkreis weiter bei Urlaub oder Krankheit des Kindes. Problematisch ist aus Sicht des Vereins auch, dass die oft mehrwöchige Eingewöhnungszeit nur nach Anwesenheit stundengenau abgerechnet werde, so Karnasch.

Doch auch die Urlaubs- und Krankheitsregelungen seien unbefriedigend. Die Tagespflegerinnen fordern 30 Tage für Urlaub, Krankheit und Fortbildung der Kindertagespflegerin, bislang sind es 20. Erschwerend komme hinzu, dass sie als Freiberufler mit geringem Einkommen keine Krankentagegeldversicherung über die Krankenkasse abschließen könnten, erläutert Christiane Müller von der Interessenvertretung im Altkreis Osterode. Sie hat sich gegründet, um die Interessen besser vertreten zu können und sich mit den Kolleginnen aus den Nachbarkreisen besser vernetzen zu können. „Wir haben uns eingeklinkt“, sagt Müller. Denn obwohl die Kommunen aufgefordert seien, mit den umliegenden Kreisen zusammenzuarbeiten, werde das vom Landkreis Göttingen nicht unterstützt. Adressen würden nicht herausgegeben, ergänzt Sandra Lumme-Griep aus Mengershausen. Organisierte Treffen gebe es selten und wenn, dann nur bereichsweise.

Enttäuscht reagieren die Kindertagespflegerinnen darauf, dass ihre Vorschläge für eine neue Satzung trotz der Aufforderung aus der Landkreisverwaltung, sich am Entwurf zu beteiligen, nicht berücksichtigt wurden. Mit Blick auf den Entwurf, den der Landkreis jetzt vorgelegt hat, sehen die Frauen „großen Nachbesserungsbedarf“.

Der Landkreis Göttingen verweist auf den Jugendhilfeausschuss, in dem der Entwurf vorgestellt werden soll. Die neue Satzung für den neuen Landkreis soll zum 1.Januar 2018 erlassen werden. Die vorliegende Fassung enthalte Anpassungen an die Rechtsprechung und an Vorgaben des Landes. Damit seien zum Teil erhebliche finanzielle Verbesserung verbunden. So erhöhe sich beispielsweise die Beiträge zur Anerkennung der Förderleistung um rund 10 Prozent, so der Landkreis.

Von Peter Krüger-Lenz

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