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Göttingen Ärzte an Uni-Kliniken im Warnstreik
Die Region Göttingen Ärzte an Uni-Kliniken im Warnstreik
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19:50 26.09.2011
Protest: Göttinger Klinik-Ärzte streiken. Quelle: Vetter
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Göttingen

An der medizinischen Hochschule Hannover waren ebenfalls viele Assistenzärzte dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaft Marburger Bund gefolgt. Probleme bei der Patientenversorgung habe es nicht gegeben.

In weißen Kitteln stehen sie vor dem großen Krankenhausgebäude. Viele tragen orangefarbene Käppis – die Farbe ihrer Gewerkschaft. Es gibt Musik, Bratwurst und Plakate: „Vom Traumjob zum Job-Trauma“, „Qualität hat ihren Preis“ und „Schluss mit der Blockade“ sind nur einige ihrer Demo-Sprüche. Blockade-Haltung werfen sie vor allem der Tarifgemeinschaft der Länder vor. Die verhandelt seit Juni mit den Ärzteorganisationen über einen neuen Tarifvertrag. Vier Verhandlungsrunden sind gescheitert, bis zur nächsten am Donnerstag sind bundesweit weitere Warnstreiks geplant.

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Dabei stellen die Ärzte zwei zentrale Forderungen: eine lineare Gehaltserhöhung von fünf Prozent, und – für viele die wichtigere Position – höhere Zuschläge bei Nacht- und Feiertagsarbeit. Der Zuschlag betrage seit mehr als 20 Jahren 1,28 Euro je Stunde, erklärt Lars Schlotawa, einer der Streikorganisatoren in Göttingen. Nicht nur deshalb seien die aktuellen Tarifbedingungen um vieles schlechter als an kommunalen Krankenhäusern. Ihren Warnstreik haben die Ärzte gut vorbereitet, „ohne große Unannehmlichkeiten für Patienten“, ergänzt Mitorganisator Rolf Wachter. Die Aktion sei auf die ruhigere Mittagszeit gelegt, nicht zwingende OPs zeitig verschoben und jeder Station ein Arzt zugeteilt worden, bestätigt auch Kliniksprecher Stefan Weller.

Von Ulrich Schubert