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Göttingen AfD ruft Parteien zur Solidarität auf
Die Region Göttingen AfD ruft Parteien zur Solidarität auf
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00:17 16.08.2013
Von Michael Brakemeier
Gegenseitiges Taktieren: AfD-Wahlkämpfer (Stand im Hintergrund), deren Gegner (Vordergrund) und Polizei, dazu normale Passanten. Quelle: BE
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Göttingen

Offen ließ er auch, ob es einen gestern auf der Facebook-Seite des Kreisverbandes angekündigten Infostand am Sonnabend geben wird. „Antifanten“ in die Irre zu führen, sei erlaubt, sagte Hans.

Unterdessen hat sich der Kreisverband nach eigenen Angaben „an die anderen demokratischen Parteien gewendet, um ein Göttinger Bündnis für Meinungsfreiheit und Demokratie zu gründen“, heißt es in einer Mitteilung. Alle demokratischen Kräfte müssten „solidarisch“ sein und sollten zeigen, „dass sie gemeinsam für die Austragung des Wahlkampfes mit argumentativen Mitteln eintreten“. Gewalt als politisches Mittel solle eine Absage erteilt werden.

Trittins Sprecher reagiert

Die Grüne Jugend hatte sich bereits in der vergangenen Woche dem Aufruf links-autonomer Gruppen, den Wahlkampf von NPD und der „rechtspopulistischen Splitterpartei“ AfD zu verhindern, angeschlossen. Der Kreisverband hatte sich daraufhin „prinzipiell“ hinter die Grüne Jugend gestellt und hält eine „kritische inhaltliche Auseinandersetzung mit der AfD für nachvollziehbar“. Zerstörungen oder andere Gewalt gegen eine demokratisch zugelassene Partei würden hingegen nicht „akzeptiert“.

Diese Auffassung teilt auch der Göttinger Bundestagskandidat der Grünen, Jürgen Trittin, wie sein Sprecher Sascha Völkening auf Anfrage mitteilt. Trittin war am Sonntag unter anderem von den Jungen Liberalen Göttingen zu einer Distanzierung von der Grünen Jugend aufgefordert worden.

Antifaschistischer Protest

Am Freitag hatten Antifaschisten einen AfD-Stammtisch verhindert. Am Sonnabend störten sie einen Wahlkampfstand in der Göttinger Innenstadt. Hintergrund der antifaschistischen Proteste ist der Vorwurf, die AfD-Vorstandsmitglieder Lennard Rudolph und Lars Steinke seien Neo-Nazis oder sympathisierten mit nationalsozialistischen Ideen. Auch in Duderstadt kam es zu Protesten. Hier wurden Plakate zerstört.

"Wir sind auch nicht auf dem Balkan hier."

Auf der Facebook-Seite des AfD-Kreisverbandes kommentierte Hans unter dem Namen „Alternative für DeutschlandKreisverband Göttingen/Osterode“ die Vorgänge vom Wochenende mit den Worten: „Es wird lächerlich. Wir sind auch nicht auf dem Balkan hier.“ Gemeint sei, so Hans auf Nachfrage, die Zerstörung von Plakaten.

Neben Steinke und Rudolph beteiligte sich am Sonnabend auch Jörg Schoppe an dem AfD-Wahlkampfstand. Schoppe engagierte sich zur Landtagswahl für die Partei Die Freiheit. Ihr wird Islamfeindlichkeit vorgeworfen. „Eine ganz normale Partei“, kommentierte Hans.

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