Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Göttingen Demo unter dem Motto „Mission Inklusion“
Die Region Göttingen Demo unter dem Motto „Mission Inklusion“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:07 07.05.2019
Mit einem Sternmarsch ziehen die Demonstranten bis zur gemeinsamen Kundgebung am Gänseliesel. Quelle: Scharf
Anzeige
Göttingen

Mit Trillerpfeifen und Rasseln sind am Dienstag mehr als 100 Demonstranten durch die Göttinger Innenstadt gezogen. Der Sternmarsch war eine gemeinsame Aktion vieler Einrichtungen der Behindertenhilfe aus der Region.

„Mission Inklusion – Die Zukunft beginnt mit dir!“ steht auf dem großen Banner, das sich Erik Kleinfeld um die Schultern gewickelt hat. Dazu trägt er eine Glitzerhose, ein Superman-T-Shirt und einen knallbunten Fahrradhelm. In diesem Kostüm steht der Pädagoge vom Verein Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen auf der Bank am Nabel und berichtet als Captain Inklusion aus dem Jahr 2059.

Utopie von der idealen Gesellschaft

Es ist eine Zeit, in der Flugdrohnen den Rollstuhl abgelöst und Cyberbrillen die Sehbehinderten zu Hellsehern gemacht haben. Es gibt Schlafkammern, in denen Menschen ihrer Depressionen entkommen können und Manager, die danach bewertet werden, wie sie mit ihren benachteiligten Mitarbeitern umgehen. Außerdem werden Rolli-Fahrer als Pioniere der E-Mobilität gefeiert.

Dieser nicht ganz ernst gemeinte Vortrag ist Teil des Sternmarsches, an dem in diesem Jahr erstmalig auch Menschen aus dem gesamten Landkreis beteiligt sind. Sie wurden mit eigens organisierten Bussen nach Göttingen gebacht, um sich am Aktionstag Mensch zu beteiligen. Begonnen hatte das Programm bereits am Vormittag mit einer Rollstuhlstadtrallye für Kinder.

Angefangen mit vier Leuten

„Wir machen das schon seit 1996“, erzählt Kleinfeld. In den Anfängen habe die Selbsthilfe Körperbehinderter Göttingen „mit vier oder fünf Leuten“ am Gänseliesel Flugblätter verteilt und für mehr Gleichberechtigung gekämpft. Mittlerweile hat sich nicht nur die Zahl der Demonstrationsteilnehmer, sondern auch der beteiligten Organisatoren vervielfacht. So sind Sportvereine wie der SC Hainberg oder der ASC ebenso vor Ort vertreten wie die Harz-Weser-Werke oder die Diakonie. Insgesamt sind 16 Organisationen auf dem Flyer aufgeführt.

Es solle in diesem Jahr mal nicht vorrangig darum gehen, Missstände aufzuzeigen, sondern einige der bereits erzielten Erfolge zu feiern, sagt Kleinfeld in die Lautsprecheranlage. Entsprechend berichtet Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt nach dem Sternmarsch den Teilnehmern am Gänseliesel von der Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden, Integrationskonzepten für Kindertagesstätten und Schulen oder dem Inklusionspreis, mit dem Stadt und Landkreis verdiente Projekte und Initiativen auszeichnen.

„Noch viel zu tun“

Aber auch elf Jahre, nachdem die UN-Behindertenrechtskonvention in Kraft getreten ist, gebe es noch viel zu tun, sagt Nadja Affani (SPD), Vorsitzende des Schulausschusses des Landkreises auf der kleinen Bühne vor dem Alten Rathaus. Denn Inklusion beginne in den Köpfen der Menschen. Politik und Verwaltung könne immer nur die Rahmenbedingen schaffen. Für die Umsetzung sei jeder Einzelne verantwortlich. Mit einem Beispiel aus ihrer eigenen Schulzeit macht sie aber auch deutlich, dass sich in der Grundhaltung der Menschen seither schon einiges bewegt hat.

„Es ist normal, anders zu sein“, betont Broistedt und appelliert an alle Zuhörer: „Man muss offen sein und sich auf Menschen einlassen.“ Dann müsste Captain Inklusion mit seiner Utopie von der idealen Gesellschaft gar nicht mehr bis 2058 warten.

Von Markus Scharf

Friedland Logistikzentrum Neu-Eichenberg - Politiker solidarisieren sich mit Besetzern

Die Gruppe Linke/Piraten/Partei+ im Göttinger Kreistag und die hessische Landtagsfraktion der Linken haben sich mit den Besetzern des Ackers bei Neu-Eichenberg solidarisiert.

07.05.2019

Kontrollen zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität hat die Polizei am Montag vorgenommen. Im Landkreis Göttingen wurden neun Personen ermittelt, die bereits wegen Einbrüchen aufgefallen sind.

07.05.2019

Im Prozess um eine zerstückelte Leiche vor dem Landgericht Göttingen gestand der 29-jährige Angeklagte, im Dezember 2017 an seinem damaligen Wohnort in Katlenburg-Lindau einen 37-jährigen Hausnachbarn getötet zu haben.

10.05.2019