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Göttingen Aktionsbündnis erinnert an Otto Hahns Rolle bei Erforschung und Einsatz von Giftgas
Die Region Göttingen Aktionsbündnis erinnert an Otto Hahns Rolle bei Erforschung und Einsatz von Giftgas
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19:11 31.07.2014
Von Matthias Heinzel
Hochgeschätzter Göttinger Ehrenbürger: Otto Hahn (r.) mit Manfred Eigen. Quelle: EF
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Göttingen

Begründung: Hahns Rolle bei Entwicklung und Einsatz von Giftgas im Ersten Weltkrieg. Unstrittig ist, dass Hahn 1915 als 35-jähriger Wissenschaftler Mitglied der von Fritz Haber geleiteten deutschen Spezialeinheit für chemische Kriegsführung wurde. Die Einheit entwickelte, testete und produzierte Giftgas für den Einsatz an der Front, schulte Soldaten für den Umgang mit Giftgas und überwachte die Gasangriffe.

Auch Hahn selbst pendelte neben Aufenthalten in Habers Institut für Physikalische Chemie in Berlin zwischen West- und Ostfront hin und her.

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Anerkennung Otto Hahns als Kriegsverbrecher

Jetzt haben sich unter anderem die Anti-Atom-Initiative Göttingen, das Anti-Atom-Plenum Göttingen, das Anti-Kriegs-Komitee, die Antimilitaristische Perspektive Göttingen, das Antirassistische Aktionsplenum Göttingen, die Initiativgruppe Umweltgewerkschaft Göttingen und das Schüler/innenbündnis Göttingen zusammengetan, um neben der Aberkennung der Ehrenbürgerwürde Hahns die Umbenennung der Otto-Hahn-Straße, die Umbenennung des Otto-Hahn-Gymnasiums und die Anerkennung Otto Hahns als Kriegsverbrecher zu fordern.

Tatsächlich verhielt sich Hahn gegenüber der Verwendung von Giftgas zwiespältig: Einerseits propagierte er den Einsatz aktiv an der Front und überwachte persönlich die Herstellung von Gasgranaten, andererseits, so Hahn in seinen Lebenserinnerungen, sei er beim Anblick sterbender russischer Giftgasopfer „tief beschämt“ gewesen.

Die Anti-Atom-Initiative hält ihre nächste Mahnwache am Montag, 4. August, zum Thema Hahn im Ersten Weltkrieg ab. Vorgesehen sind mehrere Redebeiträge, unter anderem von Christian Jooß und Martin Melchert.

Beginn ist um 18 Uhr am Gänseliesel in der Göttinger Innenstadt.