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Göttingen Integration: Jeder vierte Flüchtling im Landkreis Göttingen hat einen Job
Die Region Göttingen Integration: Jeder vierte Flüchtling im Landkreis Göttingen hat einen Job
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19:59 17.08.2019
Aktionstag Migration auf dem Wilhelmspatz: Musik mit,anda Communale und Internationale'' aus Dresden. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

„Stadt, Land, Flucht”. Unter diesem Titel ist am Sonnabend der Aktionstag zum Thema „Migration bewegt Göttingen“ am Wilhelmsplatz über die Bühne gegangen. Auf der Bühne: Musik und eine Podiumsdiskussion.

Infostände zum Thema Flucht und Integration, Riesen-Seifenblasen und lautstarke Musik der Dresdener Formation „Banda Comunale & Internationale” stimmten die Besucher am Mittag auf die Diskussionsrunde ein. Das Museum Friedland und das Bündnis „Niedersachsen packt an“ haben die Aktion gemeinsam mit dem Projekt „Stadtlabor: Migration bewegt Göttingen“ organisiert.

Wohnungen sind Thema Nummer eins

Auf dem Podium dann begrüßte Moderator Jan Fragel dann Danielle Gluns, Leiterin der Transferstelle der Migrationspolitik der Uni Hildesheim, Jelka Günther vom Projekt Stadtlabor Göttingen, Zeliha Karaboya vom Migrationszentrum Göttingen, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD), Kreisrat Marcel Riethig (SPD) und Peter Birke von Abteilung Arbeit, Wissen und Sozialstruktur der Uni Göttingen.

Seifenblasen zum Aktionstag. Quelle: Peter Heller

Welches die „großen Herausforderungen” beim Thema Migration seien, wollte Fragel von den Diskussionsteilnehmern wissen. Köhler nannte zwei: „An erster Stelle steht das Thema Wohnungen”, sagte er. Zweites sei die Integration der Flüchtlinge noch lange nicht beendet. „Es wäre ein Fehler, jetzt die Mittel zu kürzen, wenn wir Integration wollen”, so der Oberbürgermeister. Birke sprach sich dafür aus, noch früher anzusetzen. „Wir brauchen sichere Fluchtrouten”, sage er. Weiteren Handlungsbedarf sieht er zudem auf dem Arbeitsmarkt. Er forderte Ausbildung statt Ausbeutung.

Warnung vor einer „Neiddebatte“

Wohnen sei ein wichtiges Thema, sagte auch Karaboya. „In den ersten Monaten ist eine Sammelunterkunft noch in Ordnung, dort könnten sich die Bewohner erst einmal orientieren. Dann aber sei Privatsphäre „wichtig”. Günther sagte, Integration finde in der Stadt statt.

Gluns warnte vor einer „Neiddebatte”, denn günstiger Wohnraum fehle nicht nur für Migranten. In der Stadt Göttingen fehlen bezahlbare Wohnungen, auf dem Land herrscht oft Leerstand. Riethig erklärte, dass etwa 120 Flüchtlinge, die der Stadt Göttingen zugewiesen wurden, im Landkreis eine Wohnung erhalten hätten. „In den Dörfern und Gemeinden engagieren sich viele Bewohner für die Integration”, sagte er. Wichtig sei aber die Mobilität, „Busse müssen bezahlbar werden”, so Riethig. Nicht für alle Flüchtlinge – wie beispielsweise für Homosexuelle oder Transgender-Menschen – sei eine Wohnung auf dem Dorf eine Alternative, erklärte Buhs. Karaboya fügte hinzu: „Ich habe es bislang noch nicht erlebt, dass jemand aufs Land will”. Für Familien sei das aber eine Option, die Kinder können dort in Kita und Schule gut integriert werden. Alleinstehende Männer hingegen würden dort eher gemieden.

Jeder Vierte hat einen Job

Das Jobcenter des Landkreises, so Riethig, habe sich seit 2015 um rund 1700 Geflüchtete gekümmert. „25 Prozent von ihnen haben eine Arbeit, das ist schon ein Erfolg”, sagte er. Etwa drei Viertel der Jobs seinen allerdings Helfertätigkeiten. Köhler findet die Hürden, damit eine Ausbildung aus den Heimatländern anerkannt wird, zu hoch, das sei „gelebter Wahnsinn”. Den Übergang von einem Praktikum in Deutschland in eine Ausbildung, den, so Birke, schaffen nur wenige Flüchtlinge.

Von Britta Bielefeld

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