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Göttingen Mika und Karim haben Spaß als Komparsen
Die Region Göttingen Mika und Karim haben Spaß als Komparsen
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15:02 03.07.2018
Karim Zalat (l.) und Mika Ropeter-Nolte sind Tatort-Komparsen
Karim Zalat (l.) und Mika Ropeter-Nolte sind Tatort-Komparsen Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Eigentlich steht die Karriere fest: Diese beiden Jungs wollen Fernsehschauspieler werden. Nicht mehr Youtube-Star. Das war gestern. Mika Ropeter-Nolte (13 Jahre) und Karim Zalat (12 Jahre) haben Komparsen-Rollen im Göttingen-Tatort gespielt. „Das war einfach cool”, findet Mika.

„Tatort“ Schule

Die beiden Schüler der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) haben von den Deharbeiten in der Schule erfahren, denn die Schule wurde am vergangenen Sonntag zum Drehort. „Unsere Klassenlehrerin hat über die Whatsapp-Gruppe geschrieben, dass Komparsen gesucht werden”, erzählt Karim. „Ein paar von uns sind dann auf die Idee gekommen, mitzumachen.”

Karim wurde sofort genommen

Also sind die beiden Freunde mit ihren Müttern Sabrina Zalat und Maiken Ropeter-Nolte zu Casting in der Göttinger Stadthalle gefahren. „Wir wurden gleich zu Beginn gefragt, ob wir Fußball spielen können”, sagt Mika. Klar können die beiden das. Für Karim war das Casting schnell beendet. „Ich wurde gleich genommen”, sagt er. Denn: „Gesucht wurden Fußballer im Alter von 12 bis 13 Jahren die Migrationshintergrund”, sagt seine Mutter.

Mika musste ein wenig mehr Geduld als sein Freund aufbringen. Erst zehn Tage nach dem Dreh erreichte auch seine Mutter die Email, dass Mika auch gebucht wird. Allerdings wurde er nicht als Fußballspieler, sondern als Radfahrer eingesetzt. „Wir sollten mit Fahrrad und drei Sätzen unterschiedlicher Kleidung zum Set kommen”, sagt Maiken Ropeter-Nolte.

Unterschriften vor Drehbeginn nötig

“Zunächst mussten wir erst mal einige Unterschriften einholen”, erklärt Sabrina Zalat. Ein ärztliches Attest, eine Bescheinigung vom Jugendamt und von der Schule mussten die Eltern vorlegen. Dann erst konnte es losgehen. Karim hatte gleich am ersten Drehtag in Göttingen seinen Einsatz vor der Kamera. Er spielte im und am Iduna-Zentrum einen Jungen, der zwar im Flur Fußball spielte, aber auch eine Flasche Bier in der Hand halten musste. Auch das Outfit, ein „Schlafanzug” in Form einer etwas zu kleinen Jogginghose aus Nickistoff, entsprach erst einmal nicht ganz den Vorstellungen des 12-Jährigen.

Tatort-Dreh in Göttingen Quelle: Hinzmann

„Der andere Junge musste eine brennende Zigarette halten”, sagt Karim. Aber: Die beiden Jungs, die im Flur vor der Kamera kickten, erhielten höchstes Lob. „Maria Furtwängler kam vor bei uns sagt, dass wir das ganz toll gemacht haben”, sagt Karim und ist sichtlich stolz. Auch Autogramme gaben die beiden Hauptdarstellerinnen Maria Furtwängler (Charlotte Lindholm) und Florence Kasumba dem jungen Komparsen gerne. Mutter Sabrina hatte die Bilder ausgeguckt, die beiden Film-Kommissarinnen dann unterschrieben. „Das ist doch eine schöne Erinnerung“, sagt sie.

Keine schwarze oder weiße Kleidung

Mika spielte einen Schüler, der mit seinem Fahrrad auf dem Schulhof unterwegs ist und sich dort mit anderen Schülern unterhält. Den genauen Drehbeginn haben die Mütter der Jungs am Tag vor dem Dreh erfahren. „Mika musste drei Outfits mitbringen, aber bitte nichts in schwarz oder weiß”, erzählt seine Mutter. Fünf Stunden hat der Schüler am Drehort verbracht, Karim war nicht ganz so lange unterwegs. Jede Szene, so die Schüler, musste mehrere Male gedreht werden. „Wir mussten vor der Kamera aber nur die Lippen bewegen und den Ton hinterher sprechen”, sagt Karim.

Hoffen auf eine Theater AG an der GSG

Die beiden Schüler jedenfalls sind hellauf begeistert. Es sei schon toll, wenn die Klappe fällt es losgeht, so Mika. Auch Maria Furtwängler hat es ihm angetan. „Ich finde sie total hübsch”, sagt er.

Die Dreharbeiten haben Spaß gemacht, es gab Brötchen und Süßigkeiten und auch ein bisschen Geld. Das wollen die Jungs nun in eine neue Playstation investieren. Und Schauspielern, das steht ab sofort ganz oben. Sie hoffen, dass es weitere Göttingen-Tatorte gibt, und sie wieder einmal dort auftreten dürfen. Und: „Vielleicht gibt es ja im nächsten Schuljahr eine Theater-AG an unserer Schule, das wäre toll”, sagt Mika.

Von Britta Bielefeld