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Göttingen Krebs-Patiententag: Viele wertvolle Informationen für Betroffene
Die Region Göttingen Krebs-Patiententag: Viele wertvolle Informationen für Betroffene
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20:15 25.10.2019
Bewegte Pause beim Krebs-Patiententag der UMG. Quelle: Böhm
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Göttingen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen galten mehrere Jahrzehnte als häufigste Todesursache weltweit. In vielen Ländern sterben mittlerweile vergleichbar mehr Menschen an Krebs – zumindest in der Altersgruppe bis 70 Jahren, so informiert die Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

Krebs sei ein Befund, der mit einem Schlag das ganze Leben auf den Kopf stellen könne und zahlreiche Entscheidungen von den Betroffenen sowie ihren Angehörigen und Bekannten verlange. Der Patiententag, den UMG und Gesundheitszentrum Kibis organisiert haben, stellte am Freitag, 25. Oktober, Angebote zur Vorsorge, Behandlung und Nachsorge bei Krebs im Tagungshaus Alte Mensa vor.

Gesundheitsregion Quelle: Böhm

Um sich über neue Therapien zu informieren ist Neidhard Paul, kommissarischer Vorsitzender der Prostata-Selbsthilfegruppe Südniedersachsen gekommen. Er will „auf dem Laufenden“ sein beim Thema Krebs, um neue Mitglieder der Gruppe gute Hinweise geben zu können. Mit einem Stand vertreten ist beispielsweise die Selbsthilfegruppe Hirntumor. „Wir wollen uns präsentieren“, sagt Karin Stieg. Das sei ihr wichtig. Zwar betreffe diese Krebsart nicht so viele wie etwa Brustkrebs. Sie setzt aber darauf, dass die Gruppe bekannt ist. Denn wenn jemand betroffen sei, sei eine Selbsthilfegruppe ein Rückhalt.

Krebs und Armut

Die Gruppe gehören zu den rund 20 Teilnehmern aus Göttingen, Südniedersachsen und Hannover mit Infoständen, darunter auch die Gesundheitsregion Göttingen, das Krebszentrum der UMG, die Elternhilfe für das krebskranke Kind, die Deutsche Stiftung für junge Erwachsene mit Krebs und weitere Selbsthilfegruppen wie Frauenselbsthilfe nach Krebs oder die Blasenkrebs SHG Südniedersachsen/Göttingen. Mit dabei ist auch die Niedersächsische Krebsgesellschaft. Carsten Pfeil hält hier Informationsmaterial zur Früherkennung, Ernährung und Therapien bereit. Ein wichtiges Thema sei auch Krebs und Armut sagt er. Das betreffe oft Patienten, die „sehr früh erkranken und über längere Zeit aus dem Beruf heraus“ seien.

Im großen Saal spricht Dr. Kai-Martin Thoms, Leiter des Hautkrebszentrums der UMG. Vornehme Blässe, so Thoms, sei eine gute Devise beim Thema Sonnenschein und Haut. Alle Hautkrebsarten hängen mit dem Faktor Sonnenlicht zusammen, so Thoms. „Sie sollen rausgehen und die Natur genießen, aber bitte keinen Sonnenbrand riskieren“, sagt er.

Bewegte Pause beim Krebs-Patiententag der UMG Quelle: Böhm

Frühzeitig entdeckt wären aber alle drei Hautkrebsarten (Basalzellkarzinom, Plattenepithelkarzinom und auch das maligne Melanom) gut behandelbar. Gerade beim malignen Melanom, dem sogenannten schwarzen Krebs, habe sich die Therapie durch die Möglichkeiten der Immunonkologie dramatisch verbessert, berichtet er. Medikamente dieser Gruppe seien jetzt auch bei anderen Krebsarten zugelassen.

„Sich schön fühlen trotz Krebs“

Dr. Jens Jakob spricht danach darüber, ab wann sich Betroffene über ein Sarcom, einen sogenanntes Weichteil-Tumor Gedanken machen sollten: wenn es größer ist als fünf Zentimeter, bei Größenzunahme oder bei tieferer Lage.

In einer bewegten Pause zwischen den Vorträgen können die rund hundert Zuhörer sich strecken, sollen „in die Knie gehen und den Schwung mitnehmen,“ einen Fuß heben und in alle Richtungen drehen. Mit Vorträgen darüber, was Angehörige bei der Diagnose Krebs tun können, geht es weiter. Im unteren Saal gibt es derweil Workshops zu den Themen „Sich schön fühlen trotz Krebs“ und „Bewegung bei Krebs“.

Beratende Angebote

Eine weitere Informationsveranstaltungen zum Thema Krebs bietet die Universiätsmedizin Göttingen (UMG) im November an. Unter dem Thema „Hilfe in schweren Zeiten“ stehen die Vorträge am Freitag, 1. November, um 16 Uhr im Alten Rathaus Uslar.

Das Universitäts-Krebszentrum der UMG bietet Betroffenen und ihren Angehörigen neben der medizinischen Versorgung verschiedene Hilfs-und Beratungsangebote an, die sie auf dem Weg durch die Therapie unterstützen können. Welche Angebote das sind, erklären Mitarbeiter des Krebszentrums und des Selbsthilfevereins Horizonte in Vorträgen zum Thema „Beratende Angebote bei Krebs“. Sie beziehen dabei Möglichkeiten der Psychoonkologie und der Selbsthilfe bei Brustkrebs ein.

Der Vortragsabend ist der zweite Teil der gemeinsamen Veranstaltungsreihe „Aktuelles aus der Krebstherapie“ des Universitäts-Krebszentrums und der Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen.

Von Christiane Böhm

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