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Göttingen Altersarmut steigt im Landkreis Göttingen
Die Region Göttingen Altersarmut steigt im Landkreis Göttingen
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00:15 02.01.2018
Oft ist bei älteren Menschen Ebbe im Portemonnaie. Quelle: Getty Images
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Göttingen

Die NGG Süd-Ost-Niedersachsen bezieht sich hierbei auf Angaben des Statistischen Landesamts. Allein im Landkreis Göttingen standen zum Ende des Monats November 2154 Personen im Bezug von Leistungen der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung, erklärt die Kreisverwaltung.

Manfred Tessmann, Geschäftsführer der NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen, nennt die Zahlen einen „Weckruf“ und fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik. „Zwar ist die Rentenkasse so gut gefüllt wie lange nicht, aber Geringverdiener profitieren kaum von der nächsten Erhöhung“, meint Tessmann. Gerade Frauen und Alleinerziehenden bleibe trotz vieler Arbeitsjahre der Gang zum Sozialamt häufig nicht erspart. Verschärfen dürfte sich die Lage in den kommenden zwei Jahrzehnten: Nach einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung wird das Armutsrisiko besonders für die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er- und 1960er-Jahre ansteigen – von derzeit 15 auf 20 Prozent im Jahr 2036. Als armutsgefährdet gilt ein Rentner, dessen Netto-Einkommen unter 958 Euro monatlich liegt.

Angesichts dieser Zahlen plädiert die NGG Süd-Ost-Niedersachsen für eine Stärkung der gesetzlichen Rentenversicherung. Tessmann: „Das Rentenniveau – also der Anteil der späteren Rente am Netto-Verdienst – muss unbedingt stabilisiert werden. Im Moment sind es 48 Prozent – langfristig hat eine Stabilisierung auf mindestens 50 Prozent zu erfolgen.“ Die Politik müsse dringend handeln: Die Bundesregierung geht in ihrem aktuellen Rentenversicherungsbericht noch von einem Absinken des Rentenniveaus auf 44,6 Prozent bis zum Jahr 2031 aus.

„Enorm wichtig ist aber auch die betriebliche Altersvorsorge“, betont Tessmann. „Sie ist ein großer Schutz gegen Altersarmut – gerade wenn sie fest im Tarifvertrag verankert ist.“ So habe die NGG tarifliche Zusatzrenten etwa in der Süßwaren- und Getränkeherstellung durchgesetzt.

 Petra Broistedt, Sozialdezernentin der Stadt Göttingen, hat Bedenken: Eine Anhebung des Rentenniveaus sei „aufgrund des demografischen Wandels dauerhaft nicht finanzierbar. Der Altersarmut können wir nur begegnen, wenn es uns gelingt, allen Menschen gute Ausbildungen und durchgängige sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zukommen zu lassen und sie während der Phase der Erwerbsfähigkeit so zu bezahlen, dass sie von ihrem Einkommen leben können.“

Eine Ausweitung der betrieblichen Altersversorgung, erklärt Broistedt weiter, greife nur, wenn die Menschen eine Beschäftigung hatten, bei der in eine betriebliche Rentenversicherung eingezahlt wurde“ „Die Menschen, die Grundsicherung im Alter erhalten, haben häufig unstete Lebensläufe, Unterbrechungen durch Familienzeiten für Kinderbetreuung oder Pflege von Angehörigen, sind alleinerziehend, haben über Jahre in Teilzeit gearbeitet oder Mini-Jobs ausgeübt oder kommen aus Berufen mit geringen Verdienstmöglichkeiten und waren Aufstocker.“ All diese Menschen seien keine Einzahler in eine betriebliche Altersversorgung.

Auf einen Fortschritt beim Thema Betriebsrenten weist die NGG-Region Süd-Ost-Niedersachsen hin: Ab Januar dürfen Betriebsrenten nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet werden. Ein neues Gesetz garantiert hier Freibeträge, erklärt Tessmann: „Damit haben etwa Kellnerinnen und Bäcker im Ruhestand deutlich mehr in der Tasche – vorausgesetzt, im Betrieb gilt ein tariflicher Altersvorsorgevertrag.“ Genau das wolle die NGG im kommenden Jahr weiter vorantreiben.

Von Matthias Heinzel

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