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Göttingen „Am wichtigsten ist, dass der Tornister sitzt“
Die Region Göttingen „Am wichtigsten ist, dass der Tornister sitzt“
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17:04 31.07.2011
Von Andreas Fuhrmann
Passt der auch? Eltern sollten ihre Kinder – wie hier bei Karstadt – den Schulranzen vor dem Kauf ausgiebig testen lassen.
Passt der auch? Eltern sollten ihre Kinder – wie hier bei Karstadt – den Schulranzen vor dem Kauf ausgiebig testen lassen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Während die ABC-Schützen mehr auf Farbe und Aussehen achten, sollten sich Eltern Gedanken über die Qualität der Tornister machen. „Die Schultasche begleitet die Kinder einige Jahre, deshalb ist vor dem Kauf besondere Sorgfalt geboten. Ein schlecht sitzender oder zu schwerer Ranzen kann auf Dauer zu Haltungsschäden führen und die Wirbelsäule strapazieren“, sagt Ulrike Fieback von der Techniker Krankenkasse (TK) Niedersachsen.

Bei Karstadt in Göttingen hat man deswegen nur Marken-Ranzen von Scout und McNeal im Sortiment, wie ein Mitarbeiter schildert. Und die seien derzeit heiß begehrt. „Das ist jeden Tag ein Thema.“ Bei den Jungen seien besonders Tornister mit Piraten und Dinosauriern angesagt, bei den Mädchen türkisfarbene Ranzen mit Walen. „Und Pferde gehen natürlich auch immer“, berichtet der Mitarbeiter. Meist würde dem Kunden direkt ein Komplettpaket verkauft – inklusive Portmonee, Sportbeutel und Federtasche. Kostenpunkt: ab 100 Euro aufwärts. Ferner lege man Wert darauf, die Kunden zu beraten, erklärt der Mitarbeiter. „Wir lassen das Kind den Ranzen nach Möglichkeit ausprobieren. Er darf nicht zu groß und nicht zu klein sein.“ Zudem spiele das Gewicht eine wichtige Rolle beim Ranzenkauf.

Auch beim Bürodienstleister und Schulwarenanbieter Wiederholdt werden Schulranzen verkauft. Die meisten gingen allerdings bereits im Frühjahr über die Ladentheke, erklärt Geschäftsführer Alexander Grosse. Dennoch gebe es bei Wiederholdt auch jetzt noch genügend Auswahl. Die Marken: Scout, McNeal, Sammies und Step by Step.

Der Trend geht nach Angaben von Grosse schon seit einigen Jahren weg von knalligen hin zu ruhigeren Farben und Motiven. Hintergrund: So gefalle der Ranzen den Kindern auch noch nach ein oder zwei Jahren.

„Am wichtigsten ist aber, dass der Tornister richtig sitzt“, sagt Grosse. Daher beziehe man das Kind bei Wiederholdt immer in den Kauf mit ein. „Erst muss der Schulranzen passen, dann kann man das Motiv aussuchen“, erklärt der Geschäftsführer die Marschroute. Alle Tornister im Sortiment seien zertifiziert und „sehr rückengerecht“.

Tipps

Damit beim Schulranzenkauf nichts schief geht, hat die Techniker Krankenkasse einige Tipps zusammengestellt:

  • Der Ranzen sollte unbedingt die Schulranzen-Norm DIN 58124 erfüllen, weil er dann sicher, praktisch und wasserdicht ist.
  • Die Schultergurte sollten gepolstert und mindestens vier Zentimeter breit sein.
  • Ein ergonomisch geformter, gepolsterter Ranzenrücken, der an mehreren Stellen am Körper anliegt und nicht über die Schultern hinausragt, gewährleistet den richtigen Sitz. Das Kind sollte beim Kauf daher unbedingt dabei sein.
  • Sinnvoll ist ein Ranzen in den Leuchtfarben Orange und Gelb – die Farben fallen auch bei Regen und in der Dämmerung auf und erhöhen die Verkehrssicherheit. Große Reflektorstreifen auf dem Ranzen schützen bei Dunkelheit.
  • Grundschüler sollten nicht mehr als zehn bis zwölf Prozent ihres eigenen Körpergewichtes auf dem Rücken tragen. Bei einem 30 Kilogramm schweren Erstklässler also höchstens drei bis 3,5 Kilogramm.
  • Auch das richtige Packen will gelernt sein. Schwere Bücher gehören an die Rückseite des Ranzens. Alles, was nicht täglich gebraucht wird, kann oftmals im Klassenzimmer deponiert werden. Butterbrote und Getränke sollten so verstaut sein, dass sie keinen Schaden anrichten.

afu