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Göttingen Ambulante Ethikberatung für Hausärzte und Angehörige in Göttingen
Die Region Göttingen Ambulante Ethikberatung für Hausärzte und Angehörige in Göttingen
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06:00 17.04.2019
Unterstützung in komplexen, konflikthaften, unklaren Behandlungssituationen (v.l.): Christian Krause-Gründel, Christine Schwartzkopff, Alfred Simon. Quelle: Kirchhoff
Göttingen

Sie brauchen in Konfliktsituationen Unterstützung in der Betreuung schwerst kranker Patienten. In einigen Hausarztpraxen und Pflegeeinrichtungen haben ehrenamtlich tätige Moderatoren Informationsflyer hinterlegt, doch „durch die höhere Lebenserwartung und die Entwicklung in der Medizin“ wachse der Bedarf an ambulanter Beratung, so Vorstand Dr. Christian Krause-Gründel – und damit die Zahl von Betroffenen, die nicht wissen, wie sie am besten und schnellsten Hilfe anfordern können. Die Öffentlichkeitsarbeit des NEG trage zur Entlastung von niedergelassenen Ärzten und Pflegenden durch Orientierung bei. Beratung schaffe Klarheit.

Keine Verfügung – und die Therapie aussichtslos: Ethikberater helfen

Wachkoma, Schlaganfall, Demenz: Der Patient kann nicht mehr entscheiden, eine Verfügung liegt nicht vor. Angehörige haben gegensätzliche Meinungen, der Hausarzt wird beeinflusst – wie soll das weitergehen? Ist eine Therapie noch möglich? Welche Behandlung würde dem mutmaßlichen Willen des Patienten entsprechen? Antworten liefern speziell geschulte Moderatoren im Gespräch mit allen Beteiligten.

Die Ausbildung besteht aus einem 30-stündigen Grundkurs und zwei Tagen Moderationstraining. Jeder Fall wird im Vorstand mit den Moderatoren nachbesprochen; die Aufbereitung der Abläufe und Ergebnisse soll zukünftig in einer fachlichen Bewertung systematisch erfasst und für weitere Moderationsgespräche genutzt werden, so Krause-Gründel. „Wir sind ein offenes Netzwerk“, sagt die stellvertretende Vorsitzende, Christine Schwartzkopff. Jeder, der interessiert ist, kann uns auf eine Schulung ansprechen.“

Geschulte Moderatoren konnten bisher in jedem Fall unterstützen

21 Anfragen seien in den vergangenen gut dreieinhalb Jahren an das Netzwerk gestellt worden, sagt Schwartzkopff. Etwa 50 Prozent wurden telefonisch geklärt („zum Beispiel formale oder juristische Aspekte“), alle anderen in persönlichen Gesprächen. „Wir konnten jedes Mal helfen“, betont die Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Beteiligt sind Hausärzte, Pflegende, Angehörige oder Seelsorger – häufig beim Patienten zu Hause oder in der Pflegeeinrichtung, so Prof. Alfred Simon, Beisitzer im Verein, wissenschaftlicher Leiter der Akademie für Ethik in der Medizin und Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitees an der Universitätsmedizin Göttingen. Die beiden Moderatoren am Tisch unterliegen der Schweigepflicht. In einer konflikthaften, komplexen und unklaren Behandlungssituation wird die vermeintliche Aussichtslosigkeit der Lage von Betroffenen insbesondere durch Informationen gemildert oder sogar entspannt.

Gemeinsame Aufklärung über Diagnose, Therapieansätze, Krankengeschichte, ärztliche Einschätzung, die Prognose, pflegerische Aspekte und Wissen (nicht Vermutungen) über die Lebenseinstellung des Patienten schaffen Transparenz in der Runde; bilden für alle die Grundlage, auf der gemeinsam überlegt gehandelt werden kann.

Es geht um Optionen – es geht nicht um Sterbehilfe

Es geht um Behandlungsoptionen, Therapieveränderungen, Therapiebegrenzungen. „Es geht nicht um Sterbehilfe“, betont Krause-Gründel. Das Gespräch führe in Etappen zum Ziel, so Simon. „Das gemeinsame Suchen nach Argumenten und das Finden einer Lösung führt zur Entscheidung, die Arzt und Angehörige treffen.“

Kontakt zum Netzwerk Ethikberatung: per Mail an neg@gwdg.de oder telefonisch unter 0551/307023-20 (Bezirksstelle der Ärztekammer Göttingen) zwischen 8 und 12 Uhr – die Anfrage wird an Netzwerk-Vorstand weitergeleitet. Die moderierten Beratungsgespräche sind kostenlos – das Netzwerk ist auf Spenden „sind willkommen“: Sparkasse Göttingen, IBAN DE12 2605 0001 0056 0590 74; BIC NOLADE21GOE. Das Netzwerk ist als gemeinnütziger Verein anerkannt.

Von Stefan Kirchhoff

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