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Göttingen Amphibien bedroht: Weiher im Wald trocknen immer weiter aus
Die Region Göttingen Amphibien bedroht: Weiher im Wald trocknen immer weiter aus
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00:18 12.10.2013
Von Ulrich Schubert
Vorsichtiger Bagger-Einsatz in Reinhäuser Wald: Zum Schutz von Kröten und Molchen werden aus Weihern Schlamm und Laub herausgeholt. Quelle: EF
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Reinhausen

Berg- und Teichmolche, Grasfrösche und Erdkröten leben inzwischen im Reinhäuser Wald. Am alten Steinbruch bei Ischenrode gebe es sogar das landesweit größte Vorkommen der seltenen und sensiblen Geburtshelferkröte, sagt Naturschutzförster Jörg Behling von den Niedersächsischen Landesforsten.

J. Behling

Dass sie im Reinhäuser Wald überhaupt stehende Tümpel und damit ideale Lebensbedingungen vorfinden, sei dem Revierförster Wolfgang Behrens aus Lichtenhagen zu verdanken. Er habe vor etwa 30 Jahren damit begonnen, viele kleine Weiher anzulegen, die jüngsten seien etwa 15 Jahre alt. Normalerweise kämen solch kleine stehende Gewässer in steinigen Waldgebieten kaum vor.

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Nach 15 bis 30 Jahren würden die Weiher jetzt aber immer mehr „verlanden“ – auch durch fallende Blätter. Die Folge: Auch Wasserpflanzen, die die Amphibien als Laichplätze brauchen, gingen ein. Vor diesem Hintergrund seien in den vergangenen Wochen 20 Weiher ausgebaggert worden – unter anderem am Hurkutstein.

„Wir haben dabei allerdings auch viele wassergebundene Pflanzen stehen lassen, damit sie sich wieder gut im ganzen Gewässer entwickeln können“, erklärt Behling. Um den Waldboden so wenig wie möglich zu zerstören, sei extra ein geländegängiger Bagger mit breiten Gummireifen eingesetzt worden. Ausgesucht worden seien vor allem Tümpel, die „einigermaßen gut zu erreichen waren“.

An einer alten Sandkuhle bei Ischenrode seien zudem „vorsichtig“ neue Weiher angelegt worden. Sie dienten jetzt als Erweiterung für zwei bestehende Tümpel. Hier lebten viele Geburtshelferkröten. Sie und ihre Kaulquappen hätten eine deutlich längere Entwicklungsphase. Baggerarbeiten in den älteren Teichen hätten sie empfindlich gestört.