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Göttingen Freisprüche im Prozess um fingierte Unfälle
Die Region Göttingen Freisprüche im Prozess um fingierte Unfälle
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16:20 20.04.2018
Justizia Quelle: dpa
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Göttingen

Das Gericht entsprach damit den Anträgen der Verteidiger, die auf Freispruch plädiert hatten. Die Staatsanwaltschaft hatte dagegen für den 35-jährigen Angeklagten aus Göttingen eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 15 Euro (insgesamt 3000 Euro) und für den 30-jährigen Mann aus Sehnde eine Geldstrafe von 200 Tagessätzen zu je 30 Euro (insgesamt 6000 Euro) gefordert. Sie hatte den beiden Angeklagten vorgeworfen, im Auftrag eines 64-jährigen Mannes aus dem Raum Duderstadt absichtlich einen Auffahrunfall auf dem Zubringer zur Autobahn 7 im Göttinger Stadtteil Holtensen herbeigeführt zu haben.

Geld- oder Freiheitsstrafen

Inzwischen hat es bereits mehrere Prozesse um mutmaßlich inszenierte Unfälle gegeben, die alle mit Geld- oder Freiheitsstrafen endeten. Der mutmaßliche Drahtzieher, der bereits mehrere Jahre wegen Bandendiebstahls und Drogenhandels in Haft gesessen hat, ist in einem gesonderten Verfahren wegen 15 Fällen des gewerbsmäßigen Betruges angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, diverse Kfz-Versicherungen um mehrere hunderttausend Euro betrogen zu haben.

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Verdacht der Geldwäsche

Die Polizei war der mutmaßlichen Betrugsserie nach einer Anzeige wegen des Verdachts der Geldwäsche auf die Spur gekommen. Als die Ermittler ein Bankschließfach des 64-Jährigen durchsuchten, fanden sie unter anderem 17 Fahrzeugbriefe und Zweitschlüssel sowie 200.000 Euro Bargeld. Bei der Auswertung der Dokumente fiel auf, dass zahlreiche dieser Autos in Unfälle verwickelt gewesen waren, darunter auch eines der Fahrzeuge, die an dem Auffahrunfall in Holtensen beteiligt waren.

Tacho eines Fahrzeugs manipuliert

Der Fall weise zwar einige Ähnlichkeiten mit den anderen Verdachtsfällen auf, sagte der Richter. So habe es an der gleichen Stelle drei weitere verdächtige Unfälle gegeben, außerdem sei kurz vorher der Tacho eines Fahrzeugs manipuliert worden. Es gebe aber auch einige nicht unerhebliche Abweichungen, die nicht typisch für die sonstigen Fälle aus dem Ermittlungskomplex seien. „Das hat ein Geschmäckle, es gibt aber zu viele Zweifel“, lautete das Fazit des Richters.

Von Heidi Niemann

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