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Göttingen Amtsgericht verurteilt Angeklagte zu Geldstrafen
Die Region Göttingen Amtsgericht verurteilt Angeklagte zu Geldstrafen
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16:29 23.05.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
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Göttingen

Zwei Mitangeklagte, darunter ein vorbestrafter Angestellter des Gastronomen, wurden wegen Betruges zu Geldstrafen von 3600 beziehungsweise 6000 Euro verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts haben sie an zwei absichtlich herbeigeführten Verkehrsunfällen mitgewirkt, die sich im Juni 2010 und November 2011 nahe der Autobahn 38 bei Heiligenstadt sowie in Göttingen ereignet hatten.

Betrügereien um mehrere hunderttausen Euro

Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge soll ein ursprünglich aus dem Raum Duderstadt stammender 63-jähriger Mann der Drahtzieher der fingierten Unfälle gewesen sein. Der 63-Jährige, der unter anderem wegen Bandendiebstählen und Drogenhandels bereits mehrere Jahre in Haft gesessen hat, ist in einem gesonderten Verfahren wegen 15 Fällen des gewerbsmäßigen Betruges angeklagt. Die Angeklagten sollen ihm dabei geholfen haben, Kfz-Versicherungen um mehrere hunderttausend Euro zu betrügen.

In dem Prozess hatte sich zunächst auch ein 33-jähriger Mann aus Wernigerode verantworten müssen. Das Verfahren gegen ihn wurde zwischenzeitlich eingestellt. Der 33-Jährige hatte ausgesagt, dass er durch seinen damaligen Chef in einen der angeklagten Vorfälle hineingeraten sei. Der Chef, ein 43-jähriger Handwerker, war Halter eines der Unfallfahrzeuge gewesen. Nach Angaben des 33-Jährigen hatte sein Chef zu der Zeit selbst keine Fahrerlaubnis. Dieser habe ihn als Fahrer eingesetzt, er sei dabei dessen Anweisungen gefolgt. Das Gericht hielt die Schilderungen des Zeugen für glaubhaft.

Weiteres Verfahren wegen Betrug

Der Ex-Chef des 33-Jährigen ist bereits einschlägig bekannt: Der Handwerker war vor einigen Jahren in den Betrugs- und Korruptionsfall beim Duderstädter Orthopädietechnik-Unternehmen Otto Bock verwickelt und hatte dort mit überhöhten und erfundenen Rechnungen unrechtmäßig mehr als eine Million Euro kassiert. Aktuell läuft gegen ihn vor dem Landgericht Göttingen ein Prozess wegen Vorenthaltens von Arbeitsentgelt und Betruges.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unterhalb des Antrages der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Göttinger Gastronomen eine Freiheitsstrafe von zehn Monaten gefordert, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Die beiden sollten höhere Geldstrafen erhalten. Die Verteidiger plädierten dagegen auf Freispruch. nie