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Göttingen An der Dreckwarte bröckelt es
Die Region Göttingen An der Dreckwarte bröckelt es
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11:24 21.01.2017
Von Ulrich Schubert
An der Dreckwarte in Göttingen-Geismar bröckelt es. Quelle: us
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Geismar

Er war einer von mehreren Bollwerken rund um Göttingen - ein Wachturm zum Schutz der Bürger. Lange Zeit aber wusste niemand, wo die Geismarer Warte tatsächlich stand, nur wie sie hieß: zunächst Grymmen- und dann Dreckwarte. Ortsheimatpflegerin Vera Lenz, Alt-Geismarer Karl Semmelroggen und Fachleute aus dem städtischen Vermessungsamt recherchierten in alten Dokumenten und Karten, vor viereinhalb Jahren wurden sie fündig: Mit Hilfe moderner Vermessungsgeräte markierten sie den Standort auf einer Wiese südlich von Treuenhagen und 500 Meter westlich der Landwehrschänke – und sammelten Geld. Mit Erfolg: Seit November 2013 erinnert ein aus groben Feldsteinen gemauerter Ring an die einstige Dreckwarte.

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Immer mehr Steine aber haben sich inzwischen gelockert und oder liegen herausgebrochen neben dem Mäuerchen, beklagt die CDU im Ortsrat Geismar. Sie will jetzt über das Gremium die Stadt und ihren Bauhof bitten, die Anlage zu reparieren. Die Verwaltung wollte sich dazu noch nicht äußern, sie will die Diskussion im Ortsrat abwarten. Der tagt am Donnerstag, 26. Januar, ab 19.30 Uhr an der Kerlsgasse 2.

Von den früheren Wehrtürmen rund um Göttingen ist nur noch die Diemardener Warte erhalten. Die Warte bei Geismar hieß ursprünglich Grymmenwarte, vermutlich benannt nach einem der Wächter namens Grymmen. Den Zusatznamen Dreckwarte verdankt sie offenbar ihrem Umfeld: Bei Regen trat hier die Leine über ihre Ufer und spülte immer wieder Schlamm und Dreck auf die damals hier vorbeiführende Straße.