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Göttingen Anbieterwechsel mit Tageblatt-Hilfe
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19:53 12.08.2011
Von Britta Eichner-Ramm
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Groß Schneen. reibend, ein Wechsel kam monatelang nicht zustande. Vor wenigen Tagen baten Kargers das Tageblatt um Hilfe – mit Erfolg.

Die Tageblatt-Leser beschrieben der Redaktion ihren Fall. „Unser Recht auf eine freie Gasanbieterwahl“ werde „ungerechtfertigterweise von dem Netzbetreiber Eon Mitte AG verweigert“, schilderten Anne und Thomas Karger. Mitte März wollten sie zu 123-Energie als Gasanbieter wechseln und erhielten von Eon zunächst eine Kündigungsbestätigung. Kurze Zeit später erhielten Kargers eine E-Mail, in der ihnen mitgeteilt wurde: „Der Netzbetreiber hat die Belieferung durch 123-Energie abgelehnt.“ Eine Begründung habe es nicht gegeben, so Karger. „Es folgten Dutzende stundenlanger Telefonate mit Hotlines und E-Mails“.

Karger fasst zusammen: Erst habe es geheißen, es sei überhaupt kein Antrag eingegangen, dann, dass die Absage „aufgrund eines Systemfehlers erzeugt und versendet wurde“, dann, dass die Anmeldung von den Pfalzwerken nicht fristgerecht eingegangen sei. Vier Mal versuchte auch 123-Energie im Auftrag der Kargers den Gasliefervertrag mit der Eon zu kündigen, vier Mal wurde abgelehnt. 123-Energie, teilte der Groß Schneer Familie am 1. Juli mit: „… von Eon Mitte AG bekamen wir die Mitteilung, dass Ihre Lieferstelle nicht in dessen Netzgebiet liegt…“ und die Belieferung daher abgelehnt worden sei.

Von den Call-Center-Mitarbeitern der Eon habe er „immer neue, widersprüchliche, ja teilweise absurde Informationen“ erhalten, sagt Thomas Karger. Bei jedem Telefonat habe er einen neuen Gesprächspartner gehabt und „wieder alles von vorne erzählen müssen“, ärgert er sich. Und: Immer wieder habe er sich bei Nachfragen anhören müssen, „man könne nichts für mich tun, der Klärungsprozess laufe noch.“

Mitte Juli erhielten Kargers Post von Eon. Das Unternehmen „teilte mir freudestrahlend mit, dass ich wieder bei ihnen Kunde bin“. Sein folgender telefonischer Einspruch sei „abgebügelt“ worden. Die Geduld von Anne und Thomas Karger war am Ende. Sie schrieben einen ausführlichen Beschwerdebrief an die Eon Mitte AG – und baten das Tageblatt um Rat.

Bereits einen Tag nach Anfrage der Redaktion bei Eon folgte die frohe Kunde für Kargers. Eon ermöglicht der Familie „rückwirkend zum 1. August“ den Wechsel zum neuen Versorger. Das Unternehmen entschuldige sich „für die Verzögerung bei dem Wechselprozess“ und die Unannehmlichkeiten, so Eon-Sprecher René Schneider. Dass das Anliegen der Kunden nicht zu ihrer Zufriedenheit habe gelöst werden können, „ist nicht akzeptabel und entspricht nicht dem Qualitätsanspruch, der für unser Service-Center maßgeblich ist“. Als Begründung nennt Schneider einen „technisch und organisatorisch sehr anspruchsvollen Systemwechsel“, durch den es zu Verzögerungen bei der Bearbeitung von Kundenanliegen kommen könne. Finanzielle Nachteile entstünden den Kunden nicht.

Das Groß Schneer Paar indes ist zufrieden und erleichtert: „Ich freue mich, dass der Wechsel dank des Tageblattes geklappt hat. Ärgerlich ist nur, dass erst Druck durch das Einschalten der Öffentlichkeit gemacht werden musste, bis sich etwas bewegt“, kommentierte Thomas Karger.

So funktioniert der ANbieterwechsel

Seit 2006 können Privatkunden in Deutschland ihren Gasanbieter frei wählen. Aber: laut Bundesnetzagentur sind immer noch fast 45 Prozent der Verbraucher im teuren Grundversorgungstarif, 41 Prozent blieben zwar bei ihrem Grundversorger, wechselten aber in einen günstigeren Tarif, und gerade einmal 13,8 Prozent wählten einen neuen Lieferanten. Bei Preiserhöhungen ist ein Anbieterwechsel meist problemlos. Laut dem Internetportal Verivox wollen rund 80 Gasversorger ihre Tarife erhöhen. Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass Kunden im Grundtarif nur eine kurze Kündigungsfrist haben und zum Ersten des übernächsten Monats kündigen können. Gasverbraucher mit Sondertarif müssen in ihrem Vertrag prüfen, ob sie ein Sonderkündigungsrecht haben. So funktioniert der Wechsel:

  1. Jahresverbrauch ermitteln und Zählernummer notieren. Achtung: Der Zähler erfasst den Verbrauch in Kubikmetern, Anbieter rechnen aber in Kilowattstunden.
  2. Preise vergleichen. Internet-Vergleichsportale helfen.
  3. Angebote prüfen. Dabei auf Laufzeit und Tarifbedingungen achten.
  4. Auftrag vergeben. Beim neuen Anbieter anmelden.
  5. Ummeldung abwarten. Der neue Anbieter übernimmt die Kündigung beim bisherigen Versorger.
  6. Zum Wechseltermin den Zählerstand ablesen und dem alten Anbieter melden.
  7. Schlussrechnung prüfen.