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Göttingen Stillstand
Die Region Göttingen Stillstand
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18:00 12.04.2020
Charlotte Scheller Quelle: Rohloff
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Göttingen

Vogelzwitschern, überall Knospen und wir müssen zu Hause bleiben. Stillstand. Die Feiertage ohne Familienbesuch, Ausflüge, das Hereinbrechen des Lichts in der Kirche - wie soll das gehen?

Stillstand. So mögen die Freundinnen Jesu die Zeit erlebt haben nach seinem Tod. Der Traum von einer besseren Welt geplatzt. Jesus, auf dem ihre Hoffnung lag, gekreuzigt und gestorben. Nach dem Feiertag gehen sie zum Grab. Mit Duftöl für seinen Körper. Gut, etwas zu tun. Sich an praktischen Dingen festzuhalten. Wer wälzt uns den schweren Stein vom Grab?

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Dann ist es anders, als sie es sich vorgestellt haben. Als wir es uns vorstellen können. „Er ist auferstanden, er ist nicht hier“. Der Grund des christlichen Glaubens widerspricht jeder Erfahrung. Die Frauen reagieren mit Zittern. Vergeblich die Worte des Engels: „Entsetzt euch nicht“. Trotzdem trägt er ihnen auf: Sagt es den Jüngern. Erzählt weiter: Jesus ist nicht im Grab, er ist mitten in der Welt.

Die Nachricht durchbricht den Stillstand, ohne die vernünftigen Regeln dieser Tage aufzuheben. Sie verbreitet sich durch Glaubende und Zweifelnde. Eine steht dem andern bei im Leben oder Sterben. Einer sitzt am Bett, schreibt einen Brief, betet, hängt einen Beutel mit Einkäufen an die Tür, näht Masken aus Stoffresten. Das Gegenprogramm zum Stillstand. Starrt nicht auf den Tod, sucht Jesus bei den Lebenden. „Dort werdet ihr ihn finden“. In jedem Menschen, jung oder alt, mit oder ohne Behinderung.

Das Glockenläuten erinnert daran. In der Nacht und am Ostermorgen. Christus ist auferstanden. So werden wir auch aufstehen für das Leben. Weitersagen!

Charlotte Scheller ist Pastorin in Christophorus

Von Charlotte Scheller

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