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Göttingen „Göttingen ist zu einer Sportstadt geworden“
Die Region Göttingen „Göttingen ist zu einer Sportstadt geworden“
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07:46 24.07.2019
Andreas Gruber, neuer Chef der GoeSF. Quelle: Markus Hartwig
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Göttingen

Gruber kommt ganz entspannt zum Gesprächstermin an diesem Morgen in ein Göttinger Café. Er strahlt und plaudert vergnügt – solange bis der Tageblatt-Fotograf seine Kamera auf ihn richtet. Doch Gruber, gebürtiger Leerer, ist Ostfriese genug, um den Stress mit einer gewissen Stoik zu ertragen. Maulfaulheit sagt man den Ostfriesen nach. Trifft das auch zu? „Nein“, sagt Gruber, „ich glaube nicht“ – und tritt umgehend den Beweis an.

Ein wenig überraschend kam Grubers Ausstieg als Center-Manager und Geschäftsführer der Projektentwicklungsgesellschaft. Immerhin hatte der Diplomkaufmann die Geschicke des Einkaufszentrums in Grone sehr erfolgreich geleitet. Als dann der Abschied klar war, wurde sein Name als Nachfolger von GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey gehandelt. Allerdings spricht Gruber von einem eher anstrengenden Auswahlverfahren, in dem er sich gegen 30 Bewerber durchsetzen musste.

Schränke in der Garage

Gruber stieß 1998 zum „Kauf Park“ und kam damit zurück zu seinen Wurzeln. Denn nach Abitur, Bundeswehr und Lehre bei einer Sparkasse studierte er Betriebswirtschaftslehre in Göttingen, wo er auch seine Ehefrau kennenlernte. Mit Gattin und zwei Töchtern, heute 22 und 23 Jahre alt, kam er nach Göttingen und baute nach einer Zeit des Pendelns ein Haus im alten Ortskern von Elliehausen. Das tauscht er gerade ein gegen ein Haus in Hetjershausen.

Freunde hätten sie dort immer wieder besucht und den Blick über Göttingen genossen, erzählt er aufgekratzt. Sie hätten ihr Interesse bekundet, aber zwei Jahre warten müssen, bis Vorbesitzer eines benachbarten Hauses eine Alternative gefunden hatten – eigentlich zu lange für den eher ungeduldigen Macher. Doch dann sei alles ganz schnell gegangen. Ein Anruf, 24 Stunden später das zweite Haus gekauft, weitere 24 Stunden später das erste Haus verkauft. Jetzt müsse er Schränke aufbauen, die Garage liege voller eingepackter Mobiliar-Einzelteile. Eigentlich auch kein Problem, meint Gruber, wenn es nur einer wäre. Wiederholungen scheinen ihn schnell zu langweilen.

Vorsitzender des Stadtsportbundes

Gruber hat eine ganze Reihe von Posten übernommen. Noch ist er Vorsitzender des Stadtsportbundes, was sich allerdings schnell ändern wird. „Das passe nicht zusammen“, meint er mit Blick auf seinen GoeSF-Job. Der Stadtsportbund erhalte Geld von der stadteigenen GoeSF, in Personalunion gebe das kein gutes Bild ab. Bei einem Rotary-Club ist er Clubmeister und designierter Präsident, ein Posten, den er sich mit Olaf Feuerstein, Geschäftsführer des Tagungshotels Freizeit In, teilen will.

Über die Jahre habe er auch Jobangebote von außerhalb bekommen, bestätigt Gruber. Für eine Einkaufsgalerie in Hamburg hätte er arbeiten können, eine reizvolle Aufgabe. Warum hat er abgelehnt? „Warum soll man gehen, wenn es einem gefällt“, sagt Gruber. In dieser einmaligen Konstellation im „Kauf Park“, alles in einer Hand, habe er erfolgreich arbeiten können.

Sportstadt Göttingen

Ein bisschen Tennis hat Gruber gespielt und Standard getanzt. Mit seiner eigenen Jolle in Leer ging er segeln. Gerne würde er „eine schöne Seereise machen“, sagt er, „auf einer Aida in ganz klein mit ganz vielen Stationen , an denen man raus kann“. Zu eng darf es nicht werden. Also auch nicht als Astronaut ins All? „Das würde ich nicht machen“, sagt er und lacht.

Über die künftige Arbeit in der GoeSF will er wenig sagen vor seinem Arbeitsantritt am 1. September. Das, was der erste Geschäftsführer der Gesellschaft, Hans-Joachim Perk, und sein Nachfolger Alexander Frey aufgebaut hätten, könne man nur weiterführen und ausbauen. Sie hätten eine tolle Struktur geschaffen. Gruber: „Göttingen ist zu einer Sportstadt geworden.“

Der Macher

Andreas Gruber ist am 13. September 1962 geboren. nach dem Abitur und dem Wehrdienst absolvierte er eine Sparkassenlehre in Leer und besetzte anschließend eine Ein-Mann-Geschäftsstelle im SPK-Bus. Von 1986 bis 1992 studierte er Betriebswirtschaftslehre in Göttingen. Dabei habe er auch seine spätere Ehefrau kennen gelernt, sagt Gruber. Anschließend arbeitete er als Trainee bei einem große Textileinzelhandelsunternehmens und leitete später Filialen in Nürnberg, Mannheim, Hannover und Frankfurt. Im 1998 kam wieder zurück nach Göttingen und stieg mit der Eröffnung des „Kauf Parks“ als Center-Manager ein. Mit dem Verkauf des Einkaufszentrums endete auch Grubers Arbeit dort. Am Ende war zuständig für Vermietung, Geschäftsführung und Projektentwicklung. „Einmalig in Deutschland“ nennt er diese Situation. Ab 1. September übernimmt Gruber die Geschäftsführung der Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GoeSF). pek

Von Peter Krüger-Lenz

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