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Göttingen Angeklagte müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis
Die Region Göttingen Angeklagte müssen für mehrere Jahre ins Gefängnis
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17:00 17.09.2018
Quelle: dpa
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Göttingen

Das hat jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) entscheiden. Der zuständige BGH-Senat habe die Revision von drei Angeklagten gegen ein Urteil des Landgerichts Göttingen als unbegründet verworfen, teilte eine Justizsprecherin mit. Der vierte Angeklagte hatte zunächst ebenfalls Revision eingelegt, diese aber später wieder zurückgezogen.

Der Prozess hatte sich über mehrere Monate hingezogen und war sehr aufwändig gewesen. Während der gesamten Verhandlung waren mehrere Simultan-Dolmetscherinnen im Einsatz. Im Januar verurteilte das Landgericht Göttingen dann alle vier Angeklagten zu mehrjährigen Freiheitsstrafen. Die Kammer wertete die insgesamt sieben angeklagten Taten als Diebstahl verbunden mit Sachbeschädigung. Die mit dreieinhalb Jahren höchste Freiheitsstrafe erhielt ein 45-jähriger Mann aus Montenegro, der zuletzt in Duderstadt gewohnt hatte. Dieser hatte eine Lagerhalle in Teistungen angemietet, die als Ausgangspunkt für die Einbruchstouren und als Beutelager genutzt worden war. Im März vergangenen Jahres stellte die Polizei dort Diebesgut im Wert von mehreren hunderttausend Euro sicher. Der 45-Jährige war außerdem der Besitzer zweier Fahrzeuge gewesen, welche die Täter bei ihren Einbruchstouren benutzt hatten.

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Die übrigen drei Angeklagten, die ebenfalls aus Montenegro beziehungsweise Serbien stammen, erhielten Freiheitsstrafen zwischen 26 und 36 Monaten. Nach den Erkenntnissen des Gerichts kannten sich die Angeklagten sowie weitere gesondert verfolgte mutmaßliche Beteiligte bereits seit längerem, teilweise stammten sie aus den gleichen Dörfern in Serbien. Ab 2016 übernachteten wiederholt eingereiste Landsleute aus Serbien in der Lagerhalle in Teistungen. Ab dieser Zeit häuften sich auch die Einbruchsdiebstähle aus Baucontainern auf Großbaustellen in Südniedersachsen und angrenzenden Landkreisen.

Die angeklagten Taten hatten sich Anfang 2017 abgespielt. Die Angeklagten hatten unter anderem in Bad Sachsa (Kreis Göttingen) und Schirmberg (Kreis Eichsfeld) mehrere Baucontainer aufgebrochen und dabei einen Sachschaden von mehr als 2000 Euro angerichtet. Eine weitere Einbruchstour führte sie nach Hameln, wo sie aus einem Friedhofsgebäude Werkzeuge im Wert von mehreren tausend Euro stahlen. Von einer Baustelle in Haynrode (Kreis Eichsfeld) entwendeten sie eine Rüttelplatte im Wert von 6600 Euro, aus dem Gerätehaus eines Friedhofs in Wolfsburg ebenfalls eine Rüttelplatte sowie diverse Werkzeuge wie Laubbläser und Kettensägen im Gesamtwert von mehr als 12 000 Euro, auf Baustellen in Bleicherode und Sollstedt (Kreis Nordhausen) Werkzeuge und Baugeräte im Wert von mehr als 13 000 Euro.

Ihre Beute transportierten die Angeklagten in die Halle nach Teistungen. Von dort sollte das Diebesgut nach Serbien gebracht werden, um es auf Flohmärkten zu verkaufen. Kurz vorher schlug die Polizei, die zur Aufklärung der Taten eine vierköpfige Ermittlungsgruppe namens „Container“ eingerichtet hatte, zu. Ein Teil der gestohlenen Baumaschinen war bereits versteckt hinter Kühlschränken und Elektrogeräten auf Sprinter verladen. Die Fahnder nahmen damals insgesamt neun Verdächtige fest, fünf von ihnen kamen später wegen fehlender Haftgründe wieder auf freien Fuß.

Von Heidi Niemann

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