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Göttingen Angst vor Giftködern geht um
Die Region Göttingen Angst vor Giftködern geht um
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00:18 25.04.2013
Von Britta Bielefeld
Gerüchte über Giftköder: Bislang gibt es in Göttingen keinen Fall.
Gerüchte über Giftköder: Bislang gibt es in Göttingen keinen Fall. Quelle: dpa
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Göttingen/Northeim

„Darin enthalten war Gift, nämlich so genanntes Schneckenkorn“, bestätigt Northeims Polizeisprecher Uwe Falkenhain. Das habe der Tierarzt, der Poppens Hund behandelt hatte, herausgefunden. Meldungen über Giftköder, die für Hunde ausgelegt werden, gehen derzeit im Internet massiv um. Dort kursieren auch für Göttingen Fundorte – beispielsweise im Bereich der Leine – und Köderbeschreibungen (mit Rasierklingen). Sogar ein angeblicher Täter mit Fahrrad macht dort die Runde.

Mit dem Northeimer Fall hat das aber nichts zu tun. „In Lindau handelt es sich um eine gezielte Aktion, vermutlich aus dem nahen Umfeld“, so Falkenhain. Die Züchterin von portugiesischen Wasserhunden sei bereits mehrfach Opfer von Schikanen geworden: zerstochene Autoreifen, Bauschaum im Briefkasten oder ein mit Kleber versiegeltes Gartentor nennt die Polizei als Beispiele.

Weitere Giftköder-Fälle sind aus dem Landkreis Northeim nicht bekannt: „Keine aktuellen Fälle“, so Falkenhain. Gleiches gilt – trotz der Welle an Meldungen im Internet – auch für den Landkreis Göttingen. Weder der Polizei noch der Universitäts-Tierklinik sind aktuelle Fälle von Giftködern bekannt.

Täglich Anrufe bei der Polizei

Aber: „Im Lagezentrum der Polizei gehen seit Mitte vergangener Woche täglich Anrufe besorgter Hundehalter ein“, so Polizeisprecher Joachim Lüther. Es seien bereits Polizeistreifen zu gemeldeten Stellen gefahren.  Dennoch: „Wir haben in keinster Weise Hinweise auf tatsächliche Giftköder“.

Ähnliches gilt für die Tierklinik Göttingen: „Meine Erfahrung aus den vergangene 20 Jahren sagt, es gibt immer viel mehr Giftköder-Vermutungen als Fälle“, sagt Stephan Neumann, Professor für Tiermedizin und Leiter der Göttinger Tierklinik. „Wenn Hunde krank werden oder sterben, ohne dass es einen Anlass dafür gibt, denken viele Besitzer erst einmal an Gift“, so Neumann weiter.

Er rät aber auf jeden Fall, bei eindeutigen Symptomen sofort einen Tierarzt aufzusuchen. „Schlappheit, erhebliches Muskelzittern oder Erbrechen“ könnten Anzeichen einer Vergiftung sein. Sollte jemand tatsächlich Giftköder finden, rät Lüther, die Objekte zu sichern und zur Polizei zu bringen. „Wir gehen der Sache dann auf den Grund.“