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Göttingen Anklage: Mord aus Eifersucht
Die Region Göttingen Anklage: Mord aus Eifersucht
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21:41 25.07.2011
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Innerhalb kurzer Zeit musste die Polizei zwei Mordkommissionen mit jeweils etwa 30 Ermittlern einrichten, die fieberhaft an der Aufklärung der Fälle arbeiteten (Tageblatt berichtete). Im Frühjahr waren die Ermittlungen abgeschlossen, jetzt kommen die beiden Mordfälle vor Gericht: Am 5. August beginnt vor dem Göttinger Landgericht der Prozess um die tödlichen Schüsse im Hochhaus, ab dem 12. September verhandelt das Schwurgericht über das Gewaltverbrechen in der Grünanlage.

In dem ersten Verfahren muss sich der frühere Ehemann der Getöteten wegen Mordes und Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 49-jährigen Spätaussiedler vor, gemeinsam mit einem Bekannten seiner 46-jährigen Ex-Frau aufgelauert zu haben, als diese von der Arbeit nach Hause kam. Als sie gemeinsam mit ihrem neuen Lebensgefährten aus dem Fahrstuhl trat, habe er sofort auf sie geschossen. Die 46-Jährige wurde durch einen Schuss in den Oberkörper lebensgefährlich verletzt und verstarb wenige Stunden später in einem Krankenhaus. 24 Stunden nach der Tat nahm die Polizei den Ex-Mann fest. Der 49-Jährige, der bereits früher durch Gewaltdelikte aufgefallen war, legte ein Geständnis ab.

In dem zweiten Verfahren um den gewaltsamen Tod des 34-jährigen Christian L. müssen sich zwei 31 und 23 Jahre alte Männer verantworten, die der Polizei ebenfalls bereits durch verschiedene Delikte bekannt sind. Sie waren fünf Tage nach dem Fund der Leiche festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 31-Jährigen gefährliche Körperverletzung und Mord vor. Laut Anklage soll er das Opfer wie einen Lakaien behandelt und bereits den ganzen Tag über misshandelt haben. Um diese Straftat zu verdecken, habe er den 34-Jährigen in der folgenden Nacht getötet.

Der 23-jährige Mitangeklagte ist wegen Beihilfe zur Körperverletzung und Mordes durch Unterlassen angeklagt, weil er dem 34-Jährigen nicht geholfen habe, als dieser in akuter Lebensgefahr schwebend röchelnd am Boden lag. Die genauen Tatumstände müssten in der Hauptverhandlung geklärt werden.

lni