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Göttingen Anlageberater soll sich an Kundenkonten bedient haben
Die Region Göttingen Anlageberater soll sich an Kundenkonten bedient haben
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17:00 13.12.2017
Quelle: dpa
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Göttingen

Demnach soll der 53-Jährige wiederholt vier- bis fünfstellige Geldbeträge von Kundenkonten auf ein eigenes Konto oder auf ein Verrechnungskonto überwiesen haben, ohne dazu ermächtigt gewesen zu sein. Außerdem soll er mit gefälschten Unterschriften mehrere Dutzend Rentenversicherungsverträge für Kunden abgeschlossen haben, um zu Unrecht die Vermittlungsprovision zu kassieren.

Die angeklagten Taten liegen bereits mehr als fünf Jahre zurück. Den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zufolge hatten die betroffenen Kunden damals auf Anraten des Anlageberaters ein Konto bei einer bestimmten Bank eröffnet. Der Angeklagte soll dann ohne deren Wissen und ohne eine entsprechende Ermächtigung ab Ende 2011 immer wieder teils hohe Geldbeträge von diesen Konten auf andere Konten transferiert haben. Teilweise landeten die Beträge auf seinem eigenen Konto, teilweise auf einem Verrechnungskonto. Von dort sollen dann Beträge auf die Konten anderer Kunden weitergeleitet worden sein, um die Deckung von Versicherungsbeiträgen zu gewährleisten.

Laut Anklage hatten die betroffenen Kunden von diesen Rentenversicherungen gar nichts gewusst. Der 53-Jährige habe die Versicherungen ohne deren Auftrag und ohne deren Wissen abgeschlossen, teilweise für ganze Familien. Dazu soll er die jeweiligen Unterschriften gefälscht haben. Für die angebliche Vermittlung dieser Rentenversicherungsverträge habe er jeweils Provisionen zwischen 3400 und 7000 Euro kassiert. Die Versicherungsunternehmen seien davon ausgegangen, dass die Verträge ordnungsgemäß zustande gekommen seien, und hätten dementsprechend die Provision ausgezahlt. Die betroffenen Kunden sollen durch diese betrügerisch erlangten Vertragsabschlüsse teilweise in finanzielle Schwierigkeiten gelangt sein. Ein Ehepaar sei beispielsweise mit dem Girokonto ins Minus gerutscht, weil es plötzlich 6300 Euro an Versicherungsbeiträgen zahlen sollte, aber nur eine Rente von 1900 Euro bezog.

Zu Beginn des Prozesses unterbreitete der Vorsitzende Richter einen Verständigungsvorschlag, dem alle Verfahrensbeteiligten zustimmten. Demnach könnte der Angeklagte im Fall eines umfassenden Geständnisses mit einer Bewährungsstrafe zwischen 20 Monaten und zwei Jahren rechnen. Sein Verteidiger erklärte, dass die Vorwürfe zutreffend seien. Sein Mandant habe inzwischen einen Teil des Schadens ausgeglichen.

Von Heidi Niemann

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