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Göttingen Anregungen für mehr Lebensqualität
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19:35 31.05.2017
Von Britta Eichner-Ramm
Brigitte Wollenweber und Heike Kolaschnik (v. l.) informieren sich bei Petra Jans über Möglichkeiten, wie Sehbehinderte das Tageblatt am Tablet lesen können.foto: Wenzel Quelle: Harald Wenzel
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Göttingen

Göttingen.

Der Verein AMD-Netz hat zusammen mit der Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und dem Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen den Informationstag in der Osthalle des Klinikums vorbereitet. UMG-Mediziner informierten in kurzen Vorträgen über die Krankheit und Therapiemöglichkeiten. Ergänzend dazu fanden Angehörige wie Betroffene an den verschiedenen Ständen viele hilfreiche Tipps, wie sich der Alltag bei eingeschränkter Sehfähigkeit bewältigen lässt.

Oftmals bleibe den Betroffenen ein Rest an Sehvermögen, erklärte Ursula Witt vom AMD-Netz. Da gelte es ganz individuell die richtigen Hilfsmittel zu finden, zum Beispiel die spezielle Lesehilfe vom Optiker. Dass Menschen mit AMD nicht auf Lesen von Büchern oder Zeitung verzichten müssen, erfuhren die Besucher der Veranstaltung zum Beispiel am Stand der Norddeutschen Hörbücherei. Insbesondere an die „Zielgruppe 80 plus“ richte sich das Angebot, sich aus einer Auswahl von etwa 45 000 Hörbüchern eine CD mit dem Wunschbuch liefern zu lassen - und bei Bedarf gebe es auch entsprechende Abspielgeräte. Auch eine App für das mobile Endgerät gebe es.

Ein solches könnte etwa ein kleines oder großes Tablet sein, wie es Petra Jans präsentierte. Dass sich Sehbehinderte darauf Tageblattartikel entweder zum Lesen vergrößern oder aber vorlesen lassen können, beeindruckte Brigitte Wollenweber. Die Einbeckerin war eigens zum AMD-Infotag nach Göttingen gekommen, um sich über Hilfsmittel zu erkundigen. Was das Tablet kann, wolle sie ihrer 86 Jahre alten Mutter berichten. Das Lesen falle ihr schwer, weil sie nicht mehr gut sehe, sagte Wollenweber.

Andere Beispiele und Tipps, wie sich der Alltag mit Sehbehinderung bewältigen lasse, hatte Wiebke Zapke an ihrem Stand parat. Kleine Klebepunkte zum Beispiel für Herd oder Waschmaschine, oder ein akustischer Füllstandsanzeiger der piept, wenn der Füllstand von Glas oder Tasse erreicht ist.

Regine Rohmann vom Göttinger Blinden- und Sehbehindertenverband freute sich, dass es gelungen sei, eine solche Veranstaltung auf die Beine zu stellen: „Es ist toll, dass so viele Menschen gekommen sind.“