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Göttingen Park-Chaos am Parkfriedhof Junkernberg
Die Region Göttingen Park-Chaos am Parkfriedhof Junkernberg
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20:00 13.03.2019
Zugeparkte Straßen am Stadtfriedhof Junkerberg rufen Anwohner auf den Plan. Quelle: privat
Göttingen

Der Friedhof Junkernberg trägt den sinnigen Namen Parkfriedhof, die Parksituation dort sorgt aber immer wieder für Verdruss bei Anwohnern, Bus- und Autofahrern. Am vergangenen Donnerstag ging dort nichts mehr. Rund um den Hauptfriedhof der Stadt Göttingen in Weende-Nord habe wegen einer Beerdigung mit vielen Trauergästen das totale Parkchaos geherrscht, berichtet Nina Bachmann-Dämmer. „Keine Müllabfuhr, kein Bus- und kein Anwohnerverkehr waren mehr möglich“, sagt die Anwohnerin. Auch ein mit Schulkindern auf dem Heimweg vollgepackter Bus sei betroffen gewesen, Nebenstraßen inklusive Kurven ebenso wie vermietete Parkplätze und Anwohnerfahrzeuge zugeparkt worden.

Busverkehr beeinträchtigt

Der Busverkehr der Linien 31 und 32 sei mehr als eine Stunde lahmgelegt gewesen, die gelben Säcke bei Sturmböen und Regen liegengeblieben. „Weder das von Anwohnern und den Göttinger Verkehrsbetrieben benachrichtigte Ordnungsamt der Stadt noch die Polizei fühlten sich zuständig“, moniert sie. Bei einem Notfall im benachbarten Seniorenheim oder der Kindertagesstätte hätte nur der Rettungshubschrauber mit einer Landung auf der Abteilung für anonyme Bestattungen helfen können, beklagt sie zuspitzend. Ein Feuerwehreinsatz wäre nicht möglich gewesen. Erbost ist auch ihr Vater Klaus-Dieter Bachmann: „Die Stadt kommt ihren Verpflichtungen nicht nach.“ Sein Steinmetzbetrieb sei blockiert gewesen, keiner mehr aus der Ausfahrt gekommen, Termine hätten abgesagt werden müssen.

Friedhofsverwaltung regelt Parkverkehr

Eine derartige Situation habe es nicht zum ersten Mal gegeben, sagt Bachmann-Dämmer. Die Friedhofsverwaltung wisse um die Problematik, habe in der Regel Parklotsen und die Polizei vor Ort. Der Parkplatz wirke großzügig, bei größeren Trauergesellschaften gebe es aber immer wieder Probleme. Dem Friedhofsamt seien die Hände gebunden, auch der Vorplatz zu den Kapellen und zum Betriebshof sei schon zum Parken freigegeben worden.

Ortsbürgermeister drängt auf Lösung

Weendes Ortsbürgermeister Hans-Albert Ludolph (SPD) kennt die Situation, nennt auch zu schnelles Fahren als Problem und drängt auf Abhilfe wegen der Parkplatznot. Nach einem Ortstermin mit der Polizei sei er an die Stadt verwiesen worden, habe dort aber noch keinen Termin bekommen. Auch Auswärtige und Großfamilien würden den Friedhof nutzen. Der Parkfriedhof Junkernberg war 1975 eröffnet worden, weil es auf den anderen kommunalen Friedhöfen zu eng wurde. Seitdem sind dort auf 21 Hektar Fläche mehr als 10 000 Bestattungen erfolgt.

Kritik an Bauplanung

Die Parksituation habe sich drastisch verschärft, seit auf „Parkplatzerwartungsland“ ein Seniorenheim gebaut worden sei, sagen Bachmanns. Mit Sorge blicken sie und weitere Anwohner auf die städtische Bauplanung. Die sehe auf dem letzten freien Grundstück in diesem Bereich, dem ehemaligen Gelände der Firma Uhlendorff, 40 Wohneinheiten und ein sechsgeschossiges ambulantes Pflegezentrum vor.

Verkehrschaos am Stadtfriedhof Junkerberg Quelle: privat

Dominik Kimyon, Sprecher der Stadtverwaltung, weist darauf hin, dass der öffentliche Parkplatz am Junkerberg nicht nur von Friedhofsbesuchern genutzt werden und bis zu 120 Pkw aufnehmen könne. Üblicherweise reiche die Kapazität aus, an Grenzen stoße der Parkplatz bei großen Trauergesellschaften. Sollten die Stellplätze knapp werden, lotse die Friedhofsverwaltung die Fahrzeuge auf das Friedhofsgelände oder geordnet in Randbereiche, um die Fahrbahn freizuhalten. „Das klappt in der Regel sehr gut, nur am vergangenen Donnerstag nicht“, sagt Kimyon. Busse seien nach Auskunft der Göttinger Verkehrsbetriebe deshalb teilweise nicht vorangekommen, die Göttinger Entsorgungsbetriebe in ihrer Arbeitsroutine allerdings nicht beeinträchtigt gewesen. Jährlich gebe es inzwischen rund 400 Bestattungen, darunter etwa 10 bis 15 auf dem muslimischen Grabfeld des Friedhofs. Informationen zur städtischen Bauplanung will Kimyon noch nachliefern.

Von Kuno Mahnkopf

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