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Göttingen Arbeitslosenquote in Südniedersachsen steigt im Juli auf 7,2 Prozent
Die Region Göttingen Arbeitslosenquote in Südniedersachsen steigt im Juli auf 7,2 Prozent
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20:13 31.07.2013
Von Gerald Kräft
Arbeitslosenquoten in Südniedersachsen. In Klammern der Vorjahreswert.
Arbeitslosenquoten in Südniedersachsen. In Klammern der Vorjahreswert. Quelle: Quelle: Agentur für Arbeit Göttingen Grafik: ne
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Göttingen

Der Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Sommermonat Juli ist saisonal bedingt nichts Ungewöhnliches, denn auch auf dem Arbeitsmarkt herrscht dann Urlaubszeit. Der Blick auf die Vorjahreswerte zeigt der Göttinger Arbeitsagentur zufolge allerdings, dass die aktuelle Entwicklung in der Region mit dem positiven Arbeitsmarkttrend des Vorjahres nicht ganz Schritt halten konnte. Im Juli 2012 waren 1294 Menschen beziehungsweise 8,2 Prozent weniger arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosenquote lag vor zwölf Monaten bei 6,7 Prozent.

Besonders deutlich war im zurückliegenden Monat der Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit. Im Juli waren 1820 junge Arbeitslose unter 25 Jahren gemeldet, 500 beziehungsweise 37,9 Prozent mehr als im Juni und 241 (15,3 Prozent) mehr als im Vorjahresmonat.

„Der Anstieg in der Gruppe der jungen Arbeitslosen ist alljährlich um diese Zeit zu beobachten“, sagte Klaus-Dieter Gläser, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Göttingen. „Schulabgänger, die bis zum Studienbeginn jobben möchten, melden sich ebenso wie Ausbildungsabsolventen, die von ihren Betrieben nicht übernommen wurden oder nach der schulischen Ausbildung nun den Berufseinstieg suchen.“

Mehr junge Menschen im Jobcenter

Der Agenturchef stellt allerdings auch fest, dass in diesem Jahr mehr junge Menschen nach ihrer betrieblichen Ausbildung in die Arbeitsagentur und die Jobcenter gekommen seien als im Vorjahresmonat. Im Juli meldeten sich 328 Jugendliche nach Ausbildungsende arbeitslos, 52 beziehungsweise 19,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Gläser sieht hier die Entwicklung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bestätigt, der nicht mehr so aufnahmefähig sei wie im vorigen Sommer. So seien gerade Betriebe, die über den Bedarf hinaus ausgebildet hätten, aufgrund der wirtschaftlichen Situation derzeit zurückhaltender bei der Übernahme. Gläser ist jedoch optimistisch, dass junge Fachkräfte zeitnah einen neuen Arbeitgeber finden werden. Denn gerade Betriebe, die selbst nicht ausbildeten, hätten jetzt die Chance, sich mit gut qualifizierten Mitarbeitern zu verstärken.

Die Zahl der Arbeitslosen im Agenturbezirk Göttingen liegt seit Dezember 2012 wieder über dem Wert des Vorjahres. Ungeachtet des nahenden Ausbildungsbeginns ist der Ausbildungsmarkt noch in Bewegung. In Südniedersachsen sind noch 708 Lehrstellen zu besetzen, 882 Jugendliche warten noch auf eine Zusage. Seit Oktober meldeten sich 3434 Ausbildungsinteressierte.

Unternehmen und Verwaltung meldeten im selben Zeitraum 2500 Ausbildungsstellen und Duale Studienangebote. Insbesondere im Einzelhandel, in der Gastronomie oder in einem Nahrungsmittelberuf gibt es noch Chancen für Bewerber.