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Göttingen Wieder weniger Arbeitslose im Raum Göttingen als vor einem Jahr
Die Region Göttingen Wieder weniger Arbeitslose im Raum Göttingen als vor einem Jahr
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13:20 29.08.2019
Mit einer Arbeitslosenquote von 5,2 beziehungsweise 5,5 Prozent in den Südniedersächsischen Landkreise ist die Lage im August 2019 noch entspannter als vor einem Jahr. Quelle: Quelle: Agentur für Arbeit Göttingen, Grafik: Reyer
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Göttingen

Der Aufwärtstrend hält an: Auch im August waren deutlich weniger Menschen in der Region Göttingen arbeitslos als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr. Dass es dennoch mehr Arbeitssuchende gibt als im Juli, hat einen simplen Grund: In dieser Zeit melden sich alljährlich viele Jugendliche unter 25 Jahren nach der Schule kurzzeitig arbeitslos.

Am Donnerstag hat die Arbeitsagentur Göttingen die jüngste Statistik zum Arbeitsmarkt in Südniedersachsen vorgelegt. Danach waren im August in den Landkreisen Göttingen und Northeim 13 039 Arbeitslose registriert. Das waren 71 (+0,5 Prozent) mehr als im Juli, aber 677 (- 4,9 Prozent) weniger als im August 2018. Die Arbeitslosenquote – also das Verhältnis zu allen zivilen Erwerbstätigen – beträgt damit 5,4 Prozent.

Mehr Männer als Frauen

Die Gruppe der Männer ist mit zurzeit 7153 arbeitslos Gemeldeten nach wie vor stärker betroffen. Zeitgleich haben die Arbeitsagentur und Jobcenter 5886 Frauen registriert. Vergleichsweise hoch ist mit 6,3 Prozent saisonalbedingt der Anteil Jugendlicher unter 25 Jahre. In Echtzahl waren das zum August-Stichtag 1673.

Es gibt noch viele unbesetzte Stellen

Trotz aufkommender Kunjunktursorgen im deutschen und europäischen Wirtschaftsraum bewegt sich das Angebot offener Stellen nach Agentur-Einschätzung „nach wie vor auf einem guten Niveau“. Heißt konkret: Im August haben Arbeitgeber der Agentur zwar weniger freie Stellen angeboten als im Juli (-46), aber immerhin waren es noch 1268 frische Offerten. Damit kann die Agentur zurzeit 4654 offene Stellen anbieten – ähnlich viele wie schon im Juli und im August des Vorjahres.

So sieht es in den Landkreisen aus:

Die Entwicklung in kleineren Räumen

In ihrer monatlichen Statistik blickt die Agentur für Arbeit auch detailliert auf die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den Landkreisen. Dabei zeigt sich, dass die Arbeitslosenzahl im Kreis Göttingen im August gegenüber Juli angestiegen ist, im Kreis Northeim hingegen knapp unter dem Vormonatswert lag.

Demnach waren im Landkreis Göttingen zum Stichtag im August 9407 Erwerbsfähige arbeitslos gemeldet, 92 mehr als im Juli. Im Landkreis Northeim hingegen blieb die Zahl bei einem „minimalen Rückgang gegenüber dem Vormonat nahezu konstant“, heißt es im Agenturbericht. Hier waren im August 3635 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, 21 weniger als im Juli. Eine Begründung dafür nennt die Agentur nicht.

Der Gesamttrend spiegelt sich auch in kleinräumigen Einheiten wider. Im Bereich der Stadt Göttingen mit nahem Umland ist die Arbeitslosigkeit von Juli auf August um 79 auf 5430 Personen gestiegen. Das waren allerdings 376 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Im Raum Duderstadt waren im August 786 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet – 48 mehr als im Juli, aber 68 weniger als im August 2018. In Hann. Münden hat die Agentur 1061 Arbeitslose reagiert – fünf mehr als im Juli und 34 mehr als vor einem Jahr.

Das sagt der Agentur-Chef

„Etwas mehr Arbeitslose sind in den Sommermonaten nicht unüblich“, kommentiert der Chef der Agentur für Arbeit Göttingen, Klaus-Dieter Gläser, den aktuellen Arbeitsmarkt. Dennoch mache sich in Ansätzen auch eine konjunkturelle Eintrübung bemerkbar, fügt er an und erklärt zugleich, warum sich das noch nicht in der Statistik abbilde: „Zum einen liegt dies am starken Interesse der Betriebe, ihr gut eingearbeitetes Personal auch bei Auftragsrückgang zu halten. Zum anderen investieren Arbeitsagentur und Jobcenter deutlich stärker in vielfältige Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Die Nutzer solcher Maßnahmen werden von den Arbeitsagenturen neben anderen als Unterbeschäftigte geführt. Sie gelten nicht als arbeitslos. In dieser Gruppe hat die Agentur Göttingen im August 18 070 Betroffene registriert – 74 mehr als im Vorjahresmonat.

„Es ist fünf vor zwölf“

Obwohl im August bereits die meisten neuen Ausbildungsrunden begonnen und für September vorbereitet sind, waren zum August-Stichtag offiziell noch 347 meist junge Menschen auf der Suche nach einer Lehrstelle oder anderen Berufsperspektive. Und das, obwohl 720 Stellen in der Region unbesetzt sind. Das bedeutet auch, der Großteil der offenen Ausbildungsstellen konnte besetzt werden: Denn seit Oktober 2018 haben die Betriebe und Verwaltungen in der Region der Agentur 3129 freie Plätze gemeldet.

Vor dem Hintergrund dieser Zahlen appelliert der Leiter der Agentur an suchende Jugendliche: „Es ist fünf vor zwölf, aber noch nicht zu spät. Auch interessante Überbrückungsangebote hat die Berufsberatung immer in petto. Also schnell einen Termin vereinbaren!“

Hier gibt es noch Lehrstellen

Besonders gefragt sind laut Agentur weiterhin Nachwuchskräfte in den Verkaufsberufen, im Hotel- und Gaststättenbereich und in einigen Handwerksberufen. Das gilt insbesondere für die Branchen Lebensmittelhandwerk, Maler und Lackierer sowie Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Aber auch angehende Zahnmedizinische Fachangestellte und Berufskraftfahrer werden noch gesucht.

Von Ulrich Schubert

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