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Göttingen Archaische Klänge dank der richtigen Atemtechnik
Die Region Göttingen Archaische Klänge dank der richtigen Atemtechnik
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20:20 26.07.2009
Das klingt schon ganz gut: Kursleiterin Belinda Böhm (Mitte) mit Oliver Schröer (links) und Christian Mogge.
Das klingt schon ganz gut: Kursleiterin Belinda Böhm (Mitte) mit Oliver Schröer (links) und Christian Mogge. Quelle: Heller
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Das Instrument, auf dem Oliver Schröer aus Bilshausen in kleiner Runde den Grundton probt, ist ein Bambusrohr mit hübschen, bunt gepunkteten Dekorationen. Die Touristenvariante des Didgeridoos. Die australischen Ureinwohner verwenden hingegen zumeist Eukalyptusholz, an dem sich gefräßige Termiten gütlich getan haben. Mittlerweile gibt es die traditionellen Holzblasinstrumente aus der Familie der Aerophone auch aus kommerzieller Fertigung.

Weder die eine, noch die andere Variante benutzen Annette Werner und Christian Mogge aus Klein Schneen. Der 43-Jährige hat aus dicken, gut zwei Meter langen Buchen- und Haselnussstämmen sein eigenes Didgeridoo gebaut. „Osterfeuer sind eine gute Adresse, um hierzulande geeignetes Holz zu finden“, verrät der Pädagoge mit dem Faible für Holzbearbeitung.

Zusammen mit Annette Werner habe er bei einem Australienaufenthalt vor einigen Jahren die Vorstellung einer Aboriginal-Gruppe gehört. „Das ist schon faszinierend“, beschreibt die 41-Jährige. Nach einigen Selbstversuchen anhand einer CD aus der Stadtbibliothek stand für beide fest: „Das wollen wir richtig lernen.“

Die richtige Technik des Didgeridoo-Spiels will auch Schröer erlernen. „Das ist ein Musikinstrument für Unmusikalische“, kommentiert der 47-Jährige. Kursleiterin Belinda Böhm bestätigt, dass das Spielen des Didgeridoo keine Notenkenntnis voraussetzt. Allerdings bedarf es einer speziellen Atemtechnik, um dem hohlen Holzstamm jene archaisch anmutenden Klänge zu entlocken. „Das klingt, wie ein endloser Ton, obwohl man Luft holen kann“, umschreibt Schröer fasziniert. Wie diese sogenannte Zirkularatmung funktioniert, erklärt Böhm den Workshop-Teilnehmern. „Während durch die Nase eingeatmet wird, presst Ihr die Restluft durch den Mund heraus.“ Wenn dann noch die Lippen dabei locker schwingen, klingt das eben idealerweise wie ein Furz oder das Schnauben eines Pferdes. Geübt wird mit unkonventionellen Mitteln – Wasser, Röhrchen, Schlauch und Luftballon – und natürlich am Didgeridoo.

Klangvielfalt erkunden

Schon nach einem halben Workshoptag setzen Werner, Mogge und Schröer ihre Lippen gekonnt auf das aus Wachs geformte Mundstück in der Öffnung des ausgehöhlten Holzes. Den Grundton zu halten und mit Hilfe von Lippenspannung, Mundmodulation oder Hinzufügen von Stimme die Klangvielfalt des Instrumentes zu erkunden, klappt schon recht gut. „Man kann es in zwei Tagen lernen“, ist Belinda Böhm überzeugt.

Und wer dabei bleibt und das Instrument länger spielt, gelange in eine Phase der tiefen Entspannung. Deshalb komme das Didgeridoo-Spiel sogar klangtherapeutisch zum Einsatz. Außerdem könne regelmäßiges Spielen gegen Schnarchen und bei Schlafapnoe (kurzzeitiges Aussetzen der Atmung im Schlaf) helfen, so Böhm.

Von Britta Eichner-Ramm

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