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Göttingen Asche wehrt sich gegen Windkraftanlagen
Die Region Göttingen Asche wehrt sich gegen Windkraftanlagen
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18:46 21.08.2013
Windkraftanlagen bei Lichtenborn: An Stelle der bestehenden fünf Windräder will die Betreiberfirma nur noch zwei Räder, diese aber deutlich höher, betreiben. Quelle: Vetter
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Hardegsen / Lichtenborn

Genauso hätten sich die Bürger bei einer Umfrage geäußert: 144 von 150 Bewohnern Asches hätten gegen Windräder südlich des Dorfes gesprochen. „Wenn wir Windräder aufgedrückt bekommen, wird der Frieden im Dorf gefährdet“, stellte Klinge in den Raum und beschrieb das große Engagement des Bioenergiedorfs mit selbst initiierter Breitbandversorgung.

Ziel im Ausschuss aber war eine Empfehlung für den angestrebten Flächennutzungsplan. Um die Errichtung von Einzelanlagen auszuschließen, sei ein gerichtsfester Flächennutzungsplan nötig, betonte Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts (parteilos). Und den gebe es nur mit sauberer Planung.

Über 8400 Hektar erstreckt sich das Stadtgebiet Hardegsen. Fünf mögliche Windrad-Gebiete haben sich nach den Untersuchungen der Firma von Helmolt Consult auf dieser Fläche ergeben. Nördlich von Hevensen im Moringer Becken schlägt das Planungsunternehmen 65 Hektar als Vorrangfläche für Windkraft vor, südlich von Asche liegen 71 Hektar, 14 Hektar westlich von Hettensen, 43 Hektar im Landschaftsschutzbiet nahe Gladebeck und weitere 20 Hektar westlich von Hevensen. Zusammen seien 213 Hektar in die Beratung einzubeziehen, zählte Hardegsens Bürgermeister Dieter Sjuts zusammen – 2,5 Prozent des Stadtgebiets.

Der Ausschuss empfahl nach einer langen, teils sehr emotionalen Diskussion, alle fünf Potenzialflächen weiter zu untersuchen. Mehrheitlich lehnte er den Antrag ab, den Mindestabstand von Windrädern zur Wohnbebauung generell auf 1500 Meter festzulegen. 1000 Meter Abstand befürwortet das Gremium zur bebauten Ortslage, 750 Meter zu Einzelgehöften. Keine Änderung der Abstandsflächen werde für das bestehende Lichtenborner Sondergebiet angestrebt.

Für das Landschaftsschutzgebiet zwischen Gladebeck und Hevensen soll die Stadt klären, ob der Landkreis Windräder dort zulässt. Nur dann soll auch diese Fläche geprüft werden. Weil die Planung im Wald bislang nicht aussichtsreich ist, sollen Flächen dort vorerst ausgespart werden.

Betreiberfirma plant Tausch: „Anzahl gegen Höhe“

Lichtenborn. „Anzahl gegen Höhe“ will die Lichtenborner Windkraftanlagen GmbH & Co. KG tauschen. Ihre Pläne stellte Frank Ahrens als Mitgesellschafter im Hardegser Ausschuss für Stadtplanung und Bau vor. Statt wie bisher fünf Anlagen mit einer Gesamthöhe von 85 bis 100 Metern will die Gesellschaft nur noch zwei Windräder mit einer Nabenhöhe von 140 Metern und einer Leistung von zwei Megawatt betreiben.

Vor 15 Jahren habe die Gesellschaft mit vier Windkraftanlegen begonnen, sagte Ahrens. 2006 sei die fünfte Anlage hinzugekommen. Der Abstand zur Wohnbebauung liege jetzt  unter 400 Metern. Für die beiden großen Anlagen will die Gesellschaft das Sondergebiet verkleinern, der Abstand zu den ersten Häusern werde rund 700 Meter betragen. Die Richtwerte für Lärm und „optische Bedrängung“ würden dann voraussichtlich nicht überschritten. Auch die sogenannte Befeuerung springe dank neuer Technik nur an, wenn tatsächlich ein Flugzeug in den Luftraum einfliege. Zwei der kleinen Anlagen könnten gleich abgebaut werden. Das dritte, das mit Bau der neuen nicht mehr nötig sei, werde als Mobilfunkmast genutzt, da es wegen langfristiger Verträge zunächst stehen bleiben müsse.

Von Ute Lawrenz

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