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Göttingen Auch Göttingen im Visier der NSU-Terrorzelle
Die Region Göttingen Auch Göttingen im Visier der NSU-Terrorzelle
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19:49 13.12.2012
Von Matthias Heinzel
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Göttingen/Karlsruhe

Auskunft darüber, welche diese Ziele im Fall Göttingen genau waren, will die Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe nicht geben. Deren Sprecher Marcus Köhler weist allerdings darauf hin, dass der Bundesanwaltschaft „über die verübten Morde hinaus keine tatsächlichen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass konkrete Planungen für weitere Taten“ bestanden hätten. Für andere Städte sind geplante Anschlagsziele, darunter Parteibüros und Moscheen, bekannt. So soll die NSU das örtliche SPD-Büro in Salzgitter-Lebenstedt im Visier gehabt haben. In einem anderen Fall merkten die NSU-Leute an „Sehr gute ruhige Lage mit gutem Weg. Objekt ähnelt dem in Salzgitter (1 Frau usw.)“. Es folgen Hinweise auf die Öffnungszeiten.

Im Brandschutt der letzten NSU-Unterkunft in der Zwickauer Frühlingsstraße sollen die Ermittler Stadtpläne von 14 Städten im gesamten Bundesgebiet gefunden haben. Darin sollen mehr als 190 einzelne Objekte und Straßen gekennzeichnet sein. Außerdem soll die Terrorzelle eine Liste von etwa 1000 Personen erstellt haben, die als Anschlagsziele in Frage kommen könnten.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Rechts-Terroristen flächendeckend solche Daten gesammelt haben, um gegebenenfalls spontan zuschlagen zu können. Die großflächige Ausspähung ganzer Gebiete erkläre auch die teils sehr hohen Fahrleistungen der Mietwagen, die das Trio benutzt habe. Dieses Vorgehen spreche auch gegen die verschiedentlich geäußerte Vermutung, Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt hätten ortskundige Helfer gehabt, um die Mordtaten begehen zu können.