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Göttingen Auftakt der deutschen Meisterschaft im Modellhubschrauberflug in Elliehausen
Die Region Göttingen Auftakt der deutschen Meisterschaft im Modellhubschrauberflug in Elliehausen
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00:20 28.05.2019
Der amtierende Deutsche Meister Stefan Wachsmuth aus Kassel.  Quelle: CB
Elliehausen

Das letzte Maiwochenende dreht sich in Elliehausen um die deutsche Meisterschaft der Modellhubschrauberpiloten. Lokalmatador Stefan Wachsmuth will seinen Titel verteidigen.

Die deutsche Meisterschaft wird in drei Etappen ausgetragen, die erste findet aktuell in Elliehausen statt, weitere Stationen sind Stuttgart und Nürnberg. „Man fährt schon viele Kilometer“, erklärt der amtierende Deutsche Meister Stefan Wachsmuth. „Das jetzt ist ja ein Heimspiel.“ In zwei Wettkampfklassen treten die Teilnehmer gegeneinander an. Anhand eines Figurenkatalogs wählen die Piloten für den Pflichtteil die Abläufe aus, die sie der Jury präsentieren möchten. Unterstützt werden die Fliegenden dabei von einem Ansager, dessen Aufgabe es ist, dem Piloten die Figurenreihenfolge zu benennen. So kann sich der Fliegende gänzlich drauf konzentrieren, seine Maschine präzise zu steuern.

Lokalmatador aus Kassel

Wachsmuth stammt aus Kassel und ist seit 2003 Modellpilot. „In der Bundesliga fliege ich seit 2008 mit“, erzählt der 34-Jährige, der bereits an Welt- und Europameisterschaften teilgenommen hat und mit dem Team der Nationalmannschaft die Vize-Weltmeisterschaft feiern durfte. Sein Wochenendziel sei es, die Auftaktveranstaltung zu gewinnen und am Sonntag als Sieger den Flugplatz in Elliehausen zu verlassen. „Doch die Konkurrenz ist da, wäre ja auch schlimm, wenn nicht“, erklärte er lachend nach seinem Start im Pflichtbereich am Sonnabend. Und auch für Nachwuchs sei gesorgt – durch den erst 17-jährigen Frieder Völkle etwa, der Wachsmuth und seine Kollegen aus der Nationalmannschaft als Juniorpilot unterstützt.

Nachwuchsbedarf ist vorhanden

Nicht ganz so rosig sieht das Andreas Bleyer, der beim MSV Condor für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Der Verein habe schon Nachwuchsprobleme, erklärt er. Dabei gibt es keine Altersbegrenzung, auch Kinder und Jugendliche könnten die Modelle fliegen. Bei der Betrachtung der diffizilen Figuren, die geflogen werden, wird allerdings klar, dass die Feinmotorik bereits gut ausgeprägt sein muss, damit der Nachwuchs ein Modell kontrolliert steuern kann. „Es ist wie beim Eiskunstlauf“, erklärt Wachsmuth die Bewertung durch die Jury. „Es gibt eine exakte Beschreibung der Figuren im Katalog und die Richter bestrafen Fehler mit Punktabzug.“

„Ein Modellhubschrauber kostet etwa 3000 Euro“, erklärt Andreas Bleyer vom MSV Condor. Quelle: CB

Komplexer Vorgang

Die Herausforderung, ein Modell in der Spur zu halten und die Figuren zu fliegen, beschreibt Franziska von Freymann, die die Jury in Elliehausen „als Sekretärin“ unterstützt. Zum Sport ist sie gekommen, da sie „mit einem der Richter liiert“ ist. Sie selbst fliegt nicht. „Solange man von sich selbst wegfliegt, ist das alles noch machbar. Aber wenn man wendet und das Modell auf einen zufliegt, funktioniert ja alles spiegelverkehrt“, erklärt sie. Rolf Bäumener ist Wettbewerbsleiter und hat sich im Vorfeld um die Organisation der Veranstaltung bemüht. Seit gut 40 Jahren ist er dem Modellflug verbunden. Neben den Modellen ist Bäumener auch berechtigt richtige Helikopter zu fliegen: „Es ist einfacher einen richtigen Helikopter zu fliegen, als ein Modell“, betont auch er die Komplexität des Sports. „Im Helikopter sitzend hat man ein Gefühl für die Bewegungen der Maschine.“ Die Steuerbewegungen von außen seien durch den Perspektivwechsel schwieriger.

„In den einzelnen Wettbewerben gilt es Punkte zu sammeln“, erklärt Bäumener das weitere Vorgehen um die Deutsche Meisterschaft. Die besten Piloten messen sich dann vom 3. bis 10. August in Ballenstedt im Harz und kämpfen um den Titel.

Info

Interessierte können am Sonntag, 26. Mai, ab etwa 9 Uhr die Finalrunden auf dem Flugplatz des MSV Condor in Elliehausen ansehen. Bei der anstehenden Kür fliegen die Piloten zu Musik.

Außerdem richtet der MSV Condor am 1. und 2. Juni das 8. Göttinger Modellhelikoptertreffen auf dem Modellflugplatz in Göttingen-Elliehausen aus. Neben den Sportgeräten werden an diesem Wochenende auch die Nachbauten echter Hubschrauber ausgestellt. Einige der Modelle verfügen über einen Rotordurchmesser von bis zu 2,5 Metern und wiegen bis zu 25 Kilogramm. Rund 40 Piloten aus dem Bundesgebiet werden erwartet, die Figuren zeigen und vorführen, was im Modellhubschrauber Bereich möglich ist.

Geflogen wird am Sonnabend von 10 bis 18 Uhr und am Sonntag zwischen 10 und 17 Uhr auf dem Flugplatz in Elliehausen.

Von Claudia Bartels

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