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Göttingen Schrödersche Haus in Göttingen fertig saniert
Die Region Göttingen Schrödersche Haus in Göttingen fertig saniert
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18:08 20.07.2014
Von Britta Bielefeld
Schmucker Renaissance-Bau: Das Schrödersche Haus in der Weender Straße 62 ist fertig saniert. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

A. Schröder“ steht auf einem geschwungenen Band über dem Rundbogen. Aber Schröder hat es gar nicht erbaut.

„Schlossermeister Schröder hat das Haus erst im Jahr 1883 gekauft“, erklärt Susanne Arndt, Architektin des Northeimer Büros Albrecht-und-Weisser. Schröder war es, der die Fassade des prächtigen Renaissance-Baus, die damals für Jahre unter einer dicken Schicht Putz verborgen war, wieder freilegte.

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„Damit hat er den Bau vermutlich gerettet“, so die für die Sanierung verantwortliche Architektin. Denn: Unter der Putzschicht haben die Eichenbalken massiv gelitten. „Wenn man es dicht macht, reichen zehn Jahre, um das Holz zu zerstören. Die normale Witterung hingegen kann Eiche kaum etwas anhaben“, meint Arndt.

„Bis zu 13 Anstriche lagen übereinander“

Vor allem im Bereich der heutigen Regenrinnen und Fallrohre gammelte das Holz.  Seit dem Jahr 2011 laufen nun im Auftrag der Hausbesitzer – Familie Görcke – mit Unterbrechungen die Sanierungsarbeiten. Zunächst wurden die Schäden gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden, kartiert.

Zudem wurden die Farben der Fassade untersucht, „Bis zu 13 Anstriche lagen übereinander“, sagt Arndt. Weil nicht genau herauszufinden war, in welchen Farben das Haus in seiner ursprünglichen Form erstrahlte, einigten sich die Experten auf  die Wiederherstellung des zuvor bestehenden Farbanstrichs, erläutert Arndt.

Bevor die Fassade allerdings wieder mit Farbe versehen werden konnte, mussten die teils massiven Schäden in Balken und Gefache renoviert werden. Dafür organisierten die Fachleute extra altes, abgelagertes Eichenholz aus Frankreich – 14 Meter davon stecken jetzt im Fachwerk des Schröderschen  Hauses.

„Damit kann das Holz weiter atmen“

Dazu kommen noch einmal 57 sogenannte Dollen, dicke Nägel aus Holz. „Mehr als 1000 Stunden traditioneller Zimmerer- und Bildhauerstunden stecken darin“, sagt die Architektin. Kleine Risse, bis zu einer Breite von etwa einem Zentimeter,  wurden gefüllt – mit Holzspänen und einer Mixtur aus Lehm, Schweineborsten und Leinöl. Leinöl, so Arndt weiter, ist auch die Basis für die Farbe, die anschließend auf die Fassade aufgebraucht wurde.

„Damit kann das Holz weiter atmen“, sagt die Fachfrau. Erbauen lassen hat das Haus übrigens ein Mann namens  Jürgen Hovet. Er war vermutlich  Wollhändler. Zirkel und Hammer, die im Balken über der Tür so sehen sind,  stammen von Schröder.